Konzeptentwicklung zum Kinder- und Jugendhilferahmenplan


Zielsetzung

Das öffentliche Leistungsangebot zur Unterstützung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien wird quantitativ immer stärker und selbstverständlicher von jungen Menschen und ihren Familien benötigt und genutzt. Ein Grund dafür ist, dass viele Leistungen und Aufgaben, die früher im familiären Umfeld erbracht wurden, heute in öffentliche Verantwortung übergehen. Neben veränderten Bedingungen des Aufwachsens und dem Aufbruch traditioneller Familienstrukturen tragen auch die Mobilitätsanforderungen des modernen Arbeitsmarkts sowie neue Armutslagen hierzu bei.


Helmut Willems (Leitung) | Sandra Biewers | Diana Reiners


2017-2018

Die Kinder- und Jugendhilfe in Luxemburg hat besonders durch die Verabschiedung des Gesetzes Aide à l’Enfance et à la Famille (AEF) im Jahr 2008 auf die angezeigten Veränderungen reagiert und zudem der Stärkung der Kinderrechte und dem international geführten Diskurs um die Förderung von Partizipation und Prävention Rechnung getragen. Im Kern hebt das Gesetz die Bedeutung einer Kind- und klientenzentrierten, diversifizierten, partizipativen und kooperativen Form von Kinder- und Jugendhilfe hervor (Peters & Jäger, 2017). Mit dieser Konzeption löst das Gesetz die in Luxemburg traditionelle Fokussierung der Kinder- und Jugendhilfe auf den Jugendschutz ab und eröffnet neue Formen und Konzepte der Hilfegestaltung.

Damit tritt der Bedarf kontinuierlichen und kohärenten Rahmenplanung für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe in Luxemburg hervor.

Das Ministerium für nationale Bildung, Kindheit und Jugend hat sich in diesem Sinne das Ziel gesetzt, einen Rahmenplan für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln und als konzeptionelle Leitlinie für die Praxis sowie als politisches Planungs- und Steuerungsinstrument in den Sektor einzuführen. Die Universität Luxemburg wurde damit beauftragt, einen wissenschaftlich fundierten Konzeptvorschlag zu erstellen. Dabei steht im Vordergrund, die Erkenntnisse sozialpädagogische Fachdebatten als verbindende Leitkonzepte der luxemburgischen Kinder- und Jugendhilfe in eine an Prozessqualität orientierte Praxis umzusetzen.

Design und Methoden

Die wissenschaftliche Erarbeitung eines Rahmenplanentwurfes basiert sich auf eine erste Phase der wissenschaftlichen Begleitung durch explorative Interviews mit wesentlichen Akteuren im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe in Luxemburg, die Erstellung eines Überblicks über die in Luxemburg erschienene Literatur, die Rezeption der Fachdiskurse aus dem französisch- und duetschsprachigen Nachbarländern und die Dokumentenanalyse der gesetzlichen Grundlagentexte sowie der von den Praxisakteuren in Zusammenarbeit mit dem Minsterium erstellten Startegiepapiere. Die Aufgabe des Universität Luxemburg ist dabei die systematische Erfassung, Bündelung und Verschriftlichung der vorhandenen Quellenlage, wobei die relevanten Praxisakteure in Form partizipativer Zusammenarbeit in den Prozess eingebunden werden.

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