Zwischen Bildungsanspruch und Bildungserfahrung – Eine empirische Jugendstudie über das Potenzial und den Wert bildungsorientierter Jugendarbeit

Mit der Neubestimmung des Jugendsektors als Bereich der non-formalen Bildung ist Luxemburg einem internationalen Trend gefolgt. Der Ursprung dieser Entwicklung geht auf die auch in Luxemburg diskutierte Krise des Bildungssystems zurück, den internationale Studien und Untersuchungen wie etwa die Pisa-Studie belegen.

Als ein Aspekt dieser Debatte wird die Bedeutung non-formaler Bildungsansätze hervorgehoben. Im Sinne von ganzheitlichen, lokalen Bildungslandschaften soll künftig dazu beitragen werden, die Komplementarität der Bildungsangebote zu fördern. So soll es zu einer gerechteren Verteilung von Bildungschancen zu kommen. Mit der Einführung des nationalen Bildungsrahmenplans in Luxemburg im Jahr 2017 hat sich das Verständnis von Jugendarbeit als Bildungsarbeit weiter gefestigt. Diese Entwicklung überführt die für die Jugendarbeit typischen Ansätze des sozialen Lernens, der Selbstbildung, der Ressourcen- und Integrationsarbeit, etc. hierbei formal in eine bildungsorientierte Logik .

Vor diesem Hintergrund möchte das Forschungsprojekt „Zwischen Bildungsanspruch und Bildungserfahrung. Eine empirische Jugendstudie über das Potenzial und den Wert bildungsorientierter Jugendarbeit“ einen differenzierten Blick auf das Potenzial einer bildungsorientieren Jugendarbeit werfen.

Ziel der Studie ist es, die subjektiven Bildungserfahrungen, die Jugendliche in ihrer Teilnahme an exemplarisch ausgewählten Settings der Jugendarbeit machen, mit unterschiedlichen Methoden der rekonstruktiven Sozialforschung kriteriengeleitet zu analysieren und zu beschreiben. Neben typischen „sozialpädagogischen Bildungsmomenten“ (Thiersch, 2008) soll dabei der Wert und das Potenzial einer bildungsorientierten Jugendarbeit aus der Sicht der Jugendlichen erforscht werden.

Die qualitative Studie lässt sich im Bereich der sozialpädagogischen Bildungsforschung verorten. Sie hat eine Laufzeit von insgesamt zwei Jahren und wird vom Ministerium für nationale Bildung, Jugend und Kindheit in Luxemburg finanziert. Projektbeginn ist der 1. Juni 2020.

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