Nationaler Bericht zur Situation der Jugend in Luxemburg 2020


Zielsetzung

Die luxemburgischen Jugendberichte bieten eine systematische Aufbereitung des verfügbaren Wissens über die Lebenssituation von Jugendlichen in Luxemburg. Auf Grundlage wissenschaftlicher Befunde werden sowohl Problemstellungen identifiziert als auch Anregungen für Handlungsansätze gewonnen, so dass eine Informations- und Diskussionsgrundlage für Politik, Fachpraxis und Wissenschaft entsteht. Die Erstellung geht zurück auf Artikel 15 (1) des Jugendgesetzes vom 4. Juli 2008, mit dem in Luxemburg erstmals eine gesetzliche Grundlage für die Erstellung eines nationalen Jugendberichts besteht.

Prof. Dr. Helmut Willems (Leitung) | Prof. Dr. Robin Samuel (Leitung) | Dr. Sandra Biewers | Simone Charles | Andreas Heinen | Dr. Andreas Heinz | Patrice Joachim | Christiane Meyers | Nathalie Michel | Alessandro Procopio | Maria Eugenia Sozio | Dr. Anette Schumacher


Universität Luxemburg | Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse in Luxemburg (MENJE)


2018 – 2020

Der Jugendbericht 2020 ist der dritte Bericht, der sich mit der Situation der Jugend in Luxemburg beschäftigt. Während im ersten Bericht 2010 vor allem allgemeine Lebenssituationen untersucht und spezifische Problemlagen identifiziert wurden, widmete sich der zweite Bericht 2015 besonders den Übergängen vom Jugend- ins Erwachsenenalter.

Der luxemburgische Jugendbericht 2020 beschäftigt sich mit dem Thema Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen und hat zum Ziel, den objektiven Gesundheitszustand, das subjektive Wohlbefinden und das Gesundheitsverhalten von 12- bis 29-Jährigen Jugendlichen in Luxemburg analysieren.

Neben einer differenzierten Deskription besteht ein zentrales Ziel der Auswertungsstrategie des Jugendberichtes in der Identifikation von Faktoren, mit denen sich systematische Verteilungen und Unterschiede in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden der Jugendlichen erklären lassen. Hierzu zählen neben den persönlichen Eigenschaften der Jugendlichen auch äußere, sozial-strukturelle und wohlfahrtsstaatliche Bedingungen des Aufwachsens wie die Familie, die Nachbarschaft, die Schule, die Peergroup, Freizeitorte aber auch die wohlfahrtsstaatliche Programme. Diese Faktoren können je nach Ausprägung sowohl eine schützende Funktion erfüllen oder aber auch ein Risiko bedeuten und sich entsprechend positiv oder negativ auf die Entwicklung des Gesundheitszustandes und des subjektiven Wohlbefindens der Jugendlichen auswirken. In dem Zusammenhang wird der Fokus auch auf jugendspezifische Bewältigungsstrategien gerichtet, die eine wichtige Ressource darstellen können.

Datengrundlage und Methodik

Dem Jugendbericht liegt ein mehrdimensionales Konzept von Gesundheit und Wohlbefinden zugrunde, das neben der körperlichen auch die psychische und soziale Dimension umfasst.

Die empirische Grundlage des Jugendberichtes bilden existierende administrative Daten (u.a. RNPP, Santé) und internationale Surveydaten (u.a. EU-SILC, Eurobarometer) die sekundäranalytisch ausgewertet werden. Die Daten der eigens durchgeführten Jugendsurveys und der HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) sind eine weitere wichtige Datengrundlage für den Jugendbericht.

Darüber hinaus wird eigens für den Jugendbericht eine qualitative Studie durchgeführt. Diese besteht aus zwei Teilen: eine Expertenbefragung und eine Befragung von Jugendlichen. Die beiden Teile verfolgen je eigene Zielsetzungen. Während die Expertenbefragung darauf abzielt, Diskurse zum Thema Gesundheit und Wohlbefinden in Luxemburg abzubilden, dienen die Interviews mit Jugendlichen dazu, die subjektiven Sichtweisen/Einschätzungen der Jugendlichen in Bezug auf ihre Gesundheit und ihr subjektives Wohlbefinden abzubilden.

Zusätzlich werden Expertisen zu spezifischen Themen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse  für den Jugendbericht genutzt werden aber auch in einem eigenen Band publiziert werden.

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