Im zweiten Pandemie-Jahr: Was hat sich für junge Menschen in Luxemburg verändert?

Forschende der Universität Luxemburg haben die vorläufigen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Young People and COVID-19“ (YAC) für das Jahr 2021 veröffentlicht.

Der vorliegende Bericht stellt eine Fortsetzung der Veröffentlichung „Young People and COVID-19“ aus dem Jahr 2020 dar. Ziel des YAC-Projekts ist es, die Situation junger Menschen in Luxemburg im Verlaufs der COVID-19-Pandemie zu beobachten und ihre kurz-, mittel- und langfristigen Folgen zu analysieren.

Der Bericht ist in fünf Sprachen verfügbar. Deutsch, Englisch, Französisch, Luxemburgisch und Portugiesisch.

Der jüngste Bericht des YAC-Projekts aus dem Jahr 2021 vergleicht die Auswirkungen der Pandemie auf junge Menschen in Luxemburg zwischen 2020 und 2021 und gibt Aufschluss über ihre Impfbereitschaft. Foto von Xingyue Huang via Unsplash.com

Vorläufige Ergebnisse einer groß angelegten Studie veröffentlicht

Unter der Leitung von Robin Samuel führte das Forschungsteam des YAC-Projekts im Sommer 2021 eine zweite Umfrage unter Einwohnerinnen und Einwohnern Luxemburgs zwischen 12 und 29 Jahren in durch, um die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der Pandemie und der eingeleiteten Maßnahmen zu ermitteln. Der neue Bericht Young People and Covid-19 II: Evolution 2020-2021, Vaccination Willingness and impact of the Pandemic“ (Junge Menschen und Covid-19 II: Entwicklung 2020-2021, Impfbereitschaft und Auswirkungen der Pandemie) bewertet die Einstellung junger Menschen gegenüber den COVID-19-Impfstoffen und die Gründe, sich (nicht) impfen zu lassen.

Den neuen Bericht "Young People and COVID-19 II" lesen

Besorgnis über COVID-19 hat bei jungen Menschen in Luxemburg im Vergleich zum letzten Jahr deutlich abgenommen

Der Bericht zeigt, dass die Besorgnis über COVID-19 und die möglichen Veränderungen durch die Pandemie bei den jungen Menschen in Luxemburg im Vergleich zum letzten Jahr deutlich abgenommen hat. Wie im letzten Jahr ist die Besorgnis jedoch bei den weiblichen Befragten, den älteren Altersgruppen und den Befragten mit niedrigem sozioökonomischem Hintergrund stärker ausgeprägt.

Auch wenn die Akzeptanz der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in der jungen Bevölkerung nach wie vor hoch ist, so ist doch ein deutlicher Anstieg der Zahl der Jugendlichen zu verzeichnen, die die Maßnahmen als etwas übertrieben empfinden. Gleiches sagen lässt sich für die Leichtigkeit, mit der diese Maßnahmen befolgt werden: Während die Mehrheit der Befragten nach wie vor angibt, dass es ihnen leicht fällt, die Regeln zu befolgen, steigt die Zahl der Befragten, die angeben, dass es ihnen etwas schwer fällt, sich an die Maßnahmen zu halten.

Obwohl die Mehrheit der Jugendlichen keine oder sogar positive Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der Maßnahmen wahrnimmt, berichtet ein beträchtlicher Anteil der Jugendlichen in Luxemburg von negativen Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit, ihre Beziehungen zu Freunden oder ihre Erwartungen für die Zukunft. Der Bericht befasst sich noch eingehender mit den Auswirkungen auf die Arbeits- und Lernerfahrungen und zeigt, dass die Schüler eine Veränderung ihrer Lernerfahrungen erlebt haben und mit Verzögerungen bei ihrem Schulabschluss rechnen.

Ein besonderes Augenmerk des diesjährigen YAC-Berichts gilt der COVID-19-Impfung.

Die meisten Befragten, die bereits geimpft sind oder sich (sehr) wahrscheinlich impfen lassen werden, geben an, dass sie „die Gesellschaft im Kampf gegen die Pandemie unterstützen“, „sich selbst und andere schützen“ oder „freier und sicherer reisen“ wollen.

Befragte, die noch nicht geimpft sind und dies (wahrscheinlich) auch nicht tun werden, oder die sich nicht sicher sind, ob sie sich impfen lassen sollen, geben am häufigsten an, dass sie Zweifel daran haben, ob der Impfstoff ausreichend getestet wurde oder wirksam ist, dass sie Nebenwirkungen befürchten oder dass sie sich keiner Risikogruppe zugehörig fühlen und deshalb eine Impfung für unnötig halten.

Mehrheit der jungen Menschen in Luxemburg nach wie vor in der Lage mit der Pandemie und den Maßnahmen zurechtzukommen

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Mehrheit der jungen Menschen in Luxemburg nach wie vor in der Lage ist, mit der COVID-19-Pandemie und den Maßnahmen zurechtzukommen. Im Vergleich zu 2020 haben jedoch sowohl die Besorgnis als auch die Akzeptanz der Maßnahmen etwas abgenommen. Auch die Tatsache, dass die Einhaltung der Maßnahmen als etwas schwieriger beschrieben wird, könnte auf eine gewisse Pandemie-Müdigkeit hinweisen.

Negative Auswirkungen von COVID-19 und den Maßnahmen gegen COVID-19 bestehen seit dem letzten Jahr fort, scheinen aber bei jungen Menschen nicht vorherrschend zu sein. Je länger die COVID-19-Pandemie jedoch anhält und je mehr negative Auswirkungen sie auf junge Menschen hat, desto wichtiger ist es, die besonders gefährdeten Gruppen zu beobachten. Die soziodemografischen und sozioökonomischen Ungleichheiten im Umgang mit der COVID-19-Pandemie, die sich bereits in den Analysen des letzten Jahres gezeigt haben, bestehen weiterhin und könnten sich sogar noch verschärfen.

Foto von Matteo Jorjoson via Unsplash.com

Junge Frauen und Befragte mit niedrigem sozioökonomischem Hintergrund oder Migrationshintergrund geben zum Beispiel häufiger an, dass sie mit der aktuellen Situation nicht gut zurechtkommen. Gleichzeitig machen sie sich eher große Sorgen um COVID-19.

Was die COVID-19-Impfbereitschaft betrifft, so sind es vor allem Befragte mit niedrigem sozioökonomischem Hintergrund oder mit Migrationshintergrund, die noch nicht geimpft sind. Unter den Ungeimpften sind es vor allem männliche Befragte und Befragte mit Migrationshintergrund, die eine hohe Bereitschaft zeigen, sich in Zukunft impfen zu lassen.

Die vorläufigen Ergebnisse beruhen auf Daten von 2.986 Teilnehmenden

Diese hat das YAC-Team im August und September 2021 erhoben. Sie ermöglichen erste Beobachtungen zur jungen Wohnbevölkerung. Der Bericht über die vorläufigen Ergebnisse konzentriert sich auf COVID-19-spezifische Aspekte, wie z. B. Veränderungen bei der Bewältigung der Pandemie und der Besorgnis über die Pandemie, die Einstellung zu den COVID-19-Impfungen sowie die Meinungen und Gefühle der jungen Menschen.

Neben Deutsch ist der Bericht auch auf Englisch, Französisch, Luxemburgisch und Portugiesisch verfügbar.

Hier geht’s zur Projektseite der YAC-Studie. Dort finden Sie auch den neuen Bericht.