Empirische Jugendstudie über das Potenzial und den Wert bildungsorientierter Jugendarbeit

Welche Bildungserfahrungen machen Jugendliche, wenn sie Angebote der Jugendarbeit annehmen oder wenn sie in der Jugendarbeit tätig sind? Diese Studie wirft einen Blick auf das Potenzial bildungsorientierter Jugendarbeit in Luxemburg.

 
  • Dr. Sandra Biewers Grimm
  • Anita Latz
  • Daniel Weis
  • Prof. Dr. Robin Samuel

2020-2022

Universität Luxemburg

Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse in Luxemburg (MENJE)

Mit der Neubestimmung des Jugendsektors als Bereich der non-formalen Bildung ist Luxemburg einem internationalen Trend gefolgt. Der Ursprung dieser Entwicklung geht auf die auch in Luxemburg diskutierte Krise des Bildungssystems zurück, den internationale Studien und Untersuchungen wie etwa die Pisa-Studie belegen.

Als ein Aspekt dieser Debatte wird die Bedeutung non-formaler Bildungsansätze hervorgehoben. Im Sinne von ganzheitlichen, lokalen Bildungslandschaften soll künftig dazu beigetragen werden, die Komplementarität der Bildungsangebote zu fördern. So soll es zu einer gerechteren Verteilung von Bildungschancen kommen.

Mit der Einführung des nationalen Bildungsrahmenplans in Luxemburg im Jahr 2017 hat sich das Verständnis von Jugendarbeit als Bildungsarbeit weiter gefestigt. Diese Entwicklung überführt die für die Jugendarbeit typischen Ansätze des sozialen Lernens, der Selbstbildung, der Ressourcen- und Integrationsarbeit, etc. hierbei formal in eine bildungsorientierte Logik.

Vor diesem Hintergrund möchte das Forschungsprojekt „Zwischen Bildungsanspruch und Bildungserfahrung: Eine empirische Jugendstudie über das Potenzial und den Wert bildungsorientierter Jugendarbeit“ einen differenzierten Blick auf das Potenzial einer bildungsorientierten Jugendarbeit werfen.

Ziel der Studie ist es, die subjektiven Bildungserfahrungen die Jugendliche in ihrer Teilnahme an exemplarisch ausgewählten Settings der Jugendarbeit machen, mit unterschiedlichen Methoden der rekonstruktiven Sozialforschung kriteriengeleitet zu analysieren und zu beschreiben. Neben typischen „sozialpädagogischen Bildungsmomenten“ (Thiersch, 2008) soll dabei der Wert und das Potenzial einer bildungsorientierten Jugendarbeit aus der Sicht der Jugendlichen erforscht werden.

Die JUBI-Studie: Eingebettet in die Erforschung von Qualitätsentwicklung

Die qualitative Studie lässt sich im Bereich der sozialpädagogischen Bildungsforschung verorten. Sie hat eine Laufzeit von insgesamt zwei Jahren und wird vom Ministerium für nationale Bildung, Jugend und Kindheit (MENJE) in Luxemburg ko-finanziert. Projektbeginn ist der 1. Juni 2020.

Die luxemburgischen Jugendberichte bieten eine systematische Aufbereitung des verfügbaren Wissens über die Lebenssituationen von Jugendlichen in Luxemburg. Auf Grundlage wissenschaftlicher Befunde werden sowohl Problemstellungen identifiziert als auch Anregungen für Handlungsansätze gewonnen, so dass eine Informations- und Diskussionsgrundlage für Politik, Fachpraxis und Wissenschaft entsteht.

Diese Studie entsteht im Kontext weiterer sozialwissenschaftlicher Analysen der Entwicklungen im non-formalen Bildungsbereich. Diese gehen auf individuelle Orientierungen und Lernerfahrungen Jugendlicher ein, oder untersuchen die strukturellen und institutionellen Prozesse der Organisations- und Qualitätsentwicklung.

Veröffentlichungen zum Thema