Die Jugend der Gemeinde Strassen – Entwicklungen, Probleme und Perspektiven


Zielsetzung

Die Studie ist Teil des Jugendkommunalplans für die Gemeinde Strassen und hat ein besseres Verständnis der Jugendlichen in der Gemeinde zum Ziel. Die Ergebnisse der Studie sollen eine wichtige Informations- und Diskussionsgrundlage für die zukünftige Planung und Umsetzung der kommunalen Jugendpolitik darstellen und „evidence-based-policy-making“ ermöglichen. Diesem Anliegen entsprechend wird die Studie als Situations- und Bedarfsanalyse konzipiert.

Helmut Willems (Leitung) | Andreas Heinen | Jean Philippe Decieux

Universität Luxemburg | Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse in Luxemburg (MENJE)| Gemeinde Strassen


2016-2017

Im Fokus stehen insbesondere die Lebenswelten, das Freizeitverhalten und die Freizeitinteressen der Jugendlichen in Strassen sowie ihre sozialen Herkunftsmilieus mit den daraus resultierenden Startbedingungen, Lebensentwürfen und Zukunftsperspektiven. Nicht zuletzt interessiert auch die Frage, wie die Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft in der Gemeinde integriert sind, wie zufrieden sie mit den Angeboten und der Infrastruktur sind und welche Möglichkeiten der Partizipation für sie wichtig sind. In diesem Zusammenhang sind vor allem ein genauerer Blick auf die Situation Jugendlicher mit einer ausländischen Nationalität von großem Interesse sowie die Frage, wo Defizite aber auch Chancen einer stärkeren Beteiligung dieser großen Zahl von Jugendlichen am Gemeindeleben bestehen.

Datengrundlage und Methodik


Für die Studie werden Daten und Informationen aus unterschiedlichen Quellen mit Hilfe verschiedener qualitativer und quantitativer Verfahren erhoben:

  1. In einem ersten Schritt soll die soziodemographische Struktur (z. B. Altersstruktur, Nationalitäten, Bildungsstruktur und Berufsstruktur) der Gemeinde Strassen analysiert werden, um wichtige Hintergrundinformationen zur Lebenswelt und zum Milieu der Jugendlichen in der Gemeinde zu erhalten.
  2. In Gruppendiskussionen mit Akteuren, die in der Gemeinde als Experten für den Bereich Jugend gelten (etwa Verantwortliche aus Vereinen und von Angeboten für Kinder und/oder Jugendliche), sollen die Erfahrungen dieser Befragten nutzbar gemacht werden und wichtige Themen und Fragestellungen für die Studie herausgearbeitet werden.
  3. Ein zentraler Bestandteil der vorliegenden Studie bildet eine standardisierte Online-Umfrage unter den in der Gemeinde Strassen wohnhaften Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren. Ziel dieser Befragung ist eine differenzierte Beschreibung und Analyse der Verhaltensweisen und Einstellungen der Jugendlichen und ihrer Interessenslagen sowie ihrer Erwartungen. Die erhobenen Daten können die Grundlage für eine umfassende Darstellung der Verteilung von Freizeitmotiven, ‑interessen und -aktivitäten der Jugendlichen und eine Analyse der soziologischen Bestimmungsfaktoren (z. B. soziales Milieu, Alter, Nationalität, Geschlecht usw.) bilden.
  4. Im Anschluss an die standardisierte Befragung sind Gruppendiskussionen mit Jugendlichen der Gemeinde Strassen vorgesehen. Diese bieten durch ihre Offenheit und ihre interaktive Struktur die Möglichkeit, verschiedene Themen der Umfrage aufzugreifen, zu vertiefen und spezifische Sichtweisen, Einstellungen und Problemlagen der Jugendlichen, die im Rahmen der Online-Befragung nicht berücksichtigt werden können, genauer zu analysieren und zu verstehen. Hier können beispielsweise Aussagen und subjektive Meinungen der Teilnehmer detailliert erfasst werden, sowie Themen und Ideen diskutiert werden, die in der Umfrage nicht oder nicht umfassend erhoben werden können.

Ergebnisse


Vielfältige Freizeitaktivitäten und kaum abweichende Verhaltensweisen

Die Jugendlichen der Gemeinde Strassen zeigen ein ausgeprägtes und vielfältiges Freizeitverhalten. Einen hohen Stellenwert haben Medien (insbesondere neue Medien). Diese prägen die Freizeit der Jugendlichen sehr stark und haben zum Teil sogar einen höheren Stellenwert als soziale face‐to‐face Aktivitäten mit Freunden oder sportliche Aktivitäten. Freizeit findet für einen Großteil der Jugendlichen in festen Strukturen, wie in Vereinen oder im Jugendhaus statt. Die Freizeit draußen, auf der Straße oder an öffentlichen Orten zu verbringen, ist dagegen weniger wichtig. Die Jugendlichen verbringen ihre Freizeit häufig zusammen mit Freunden, bei jemandem zuhause und ältere Jugendliche vor allem in der nahegelegenen Hauptstadt.

Mobilität hat eine hohe Bedeutung für Jugendliche. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Jugendliche in ihrer Freizeit sehr mobil sind, was ihrem Bedürfnis nach Selbstbestimmung besonders entgegenkommt. In dem Zusammenhang hat sich auch gezeigt, dass die Angebote des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde Strassen, sowie die Anbindung an die nahe gelegene Stadt Luxemburg, von den Jugendlichen allgemein als sehr gut betrachtet werden. Sie loben den regelmäßigen Busverkehr und die kurze Distanz in die Stadt, die auch problemlos mit dem Fahrrad bewältigt werden kann. Jedoch wünschen sich die Jugendlichen u.a. mehr direkte Fahrtrouten der Busse zu bestimmten Gemeinden.

Insgesamt zeigt sich, dass die meisten Jugendlichen sich in der Gemeinde sehr sicher fühlen und sie wenig mit Problemen konfrontiert sind (z.B. Angsträume, Kriminalität, Gewalt, Vandalismus). Kriminalität wird nur im Zusammenhang mit einer kleinen Gruppe Jugendlicher berichtet, die immer mal wieder mit kleineren Delikten auffällig wird.

Was den Konsum illegaler Substanzen betrifft, gibt immerhin gut ein Fünftel der Jugendlichen an, bereits einmal konsumiert zu haben. Allerdings ist die Zahl der Jugendlichen, die angeben regelmäßig Drogen zu konsumieren, sehr gering. Eine vergleichsweise große Gruppe (jeder zehnte Jugendliche) gibt an, regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Mit Blick auf die möglichen Folgen sollte diesem Risikoverhalten eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Das Zusammenleben und die Integration verschiedener Gruppen von Jugendlichen fördern

Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Bevölkerungsstruktur der Gemeinde Strassen durch eine hohe Nationalitätenvielfalt gekennzeichnet ist. Ein großer Teil der Einwohner, insbesondere der jugendlichen Bevölkerung, hat keine luxemburgische Nationalität. Neben den Arbeitsmigranten aus Portugal und den angrenzenden Grenzregionen sind in den vergangenen Jahren auch viele Menschen aus anderen europäischen Ländern in die Gemeinde immigriert. Dies hat dazu geführt, dass das Umfeld, in dem Jugendliche aufwachsen, durch eine große ethnische und sprachliche Heterogenität gekennzeichnet ist.

In Bezug auf den sozialen Status der Bevölkerung wurde deutlich, dass die Bevölkerung der Gemeinde Strassen insgesamt einen sehr hohen sozioökonomischen Status aufweist. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt zeigen die Ergebnisse für Strassen einen hohen Bildungs- und Berufsstatus sowie Wohlstand der Wohnbevölkerung. Allerdings zeigen sich hier auch soziale Ungleichheiten etwa bei einem Blick auf die Verteilung der Bildungsabschlüsse nach Nationalitätengruppen. So haben die Einwohner mit portugiesischer Nationalität häufiger einen niedrigen Bildungsabschluss als die Einwohner mit luxemburgischer, deutscher, französischer und belgischer Nationalität. Dennoch scheint eine ungleiche Verteilung sozioökonomischer Ressourcen entlang nationaler Zugehörigkeiten, wie sie für viele andere Landesteile festgestellt werden kann, in der Gemeinde Strassen geringer ausgeprägt zu sein.

In Bezug auf die interethnischen Kontakte spielt die Schule eine wichtige Rolle. Denn schon in der Klassengemeinschaft kommen Jugendliche mit unterschiedlichen Nationalitäten zusammen und bilden in der Regel eine gut funktionierende Gemeinschaft. Da viele Freundeskreise oft aus Schulfreundschaften zusammengesetzt sind, setzt sich diese Durchmischung auch in der Freizeit fort. Etwas anders gestaltet sich die Situation bei den ausländischen Jugendlichen, die eine europäische oder internationale Schule besuchen. Hier finden sich in der Schülerschaft nur wenige Luxemburger und noch weniger gebürtige Strassener. Laut den Diskussionsteilnehmern sind die Jugendlichen aus den internationalen Schulen in der Gemeinde häufig nur wenig sichtbar und haben eher selten Kontakt zu anderen Einwohnern. Diese Gruppe beteiligt sich weniger am Gemeindeleben (Feste/Veranstaltungen), auch weil ihre Freunde zumeist nicht in Strassen wohnen.

Insgesamt kann das Zusammenleben zwischen Migranten und Einheimischen als friedliches Nebeneinander bezeichnet werden. Fast alle Jugendliche sind der Meinung, dass das Zusammenleben der Einwohner verschiedener Nationalitäten in Strassen sehr gut funktioniert. Eine Herausforderung für Politik und Jugendarbeit dürfte es sein, die Segmentierung von Lebens‐ und Freizeitbereichen zwischen den verschiedenen Gruppen von Jugendlichen in der Gemeinde zu überwinden. Da nur sehr wenige Jugendliche das Zusammenleben verschiedener Nationalitäten in der Gemeinde als problematisch empfinden, kann von einer hohen Bereitschaft der Jugendlichen ausgegangen werden, sich aufeinander einzulassen und ein soziales Miteinander zu gestalten. Das Jugendhaus und auch die Vereine der Gemeinde können dabei sehr wichtige Orte der Begegnung und Integration sein.

Die Vereine und das Jugendhaus als zentrale Akteure der Jugendarbeit stärken

Die Gemeinde Strassen verfügt über ein vielfältiges Vereinsangebot, das von vielen  Jugendlichen genutzt und allgemein positiv bewertet wird. Das Potenzial der Vereine als Ort der Integration und der Partizipation in der Gemeinde ist in Strassen durchaus gegeben, könnte aber noch stärker ausgeschöpft werden. Wie in anderen ländlichen Gegenden auch, stellt man fest, dass eine vergleichsweie kleine Zahl an Einwohnern sehr vielseitig engagiert ist und verschiedene verantwortliche Funktionen übernimmt, während einer großer Teil der Bevölkerung nicht engagiert ist. Ein zentraler Schlüssel für das Engagement von Jugendlichen in Vereinen scheint das vorgelebte Vereinsengagement der Eltern zu sein. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit sich in einem Verein zu engagieren signifikant ansteigt, wenn mindestens ein Elternteil in einem Verein aktiv ist. Zudem wird deutlich, dass nicht alle Jugendlichen gleichermaßen im Verein aktiv sind: weibliche, ältere und vor allem nicht‐luxemburgische Jugendliche sind vergleichsweise selten im Verein aktiv. Wenn Vereine einen Beitrag zur Integration und Stärkung der Partizipation der Einwohner leisten sollen, dann erscheint es besonders wichtig, nach Wegen zu suchen, diese weniger aktiven Jugendlichen gezielt anzusprechen und ihnen den Zugang zu den lokalen Vereinsangeboten zu erleichtern.

Das Jugendhaus ist ein weiteres wichtiges Angebot der offenen Jugendarbeit in der Gemeinde und wird von den befragten Jugendlichen und Experten prinzipiell als sehr positiv bewertet. Allerdings wird das Jugendhaus insbesondere von jüngeren, männlichen Jugendlichen mit einer luxemburgischen Nationalität frequentiert und spricht nicht alle Jugendlichen aus der Gemeinde Strassen gleichermaßen an. Der Grund dafür könnte der z.T. geringe Bekanntheitsgrad des Jugendhauses sein (insbesondere bei ausländischen Jugendlichen) oder auch der „schlechte Ruf“, den es offenbar bei einigen Jugendlichen (und Eltern) hat. Während die Imagepflege eine nachhaltige, langfristige Strategie erfordert, so kann für die Erhöhung der Bekannheit des Jugendhauses in der Gemeinde auch im operativen Tagesgeschäft einiges getan werden. Dies erfolgt bereits über Aktivitäten auf Gemeindefesten, könnte jedoch über eine auffälligere Beschilderung im Dorf (z.B. am Haus und an der Kreuzung zu der Straße, in dem sich das Jugendhaus befindet) zusätzlich unterstützt werden. Dies würde zugleich dem Jugendhaus dabei helfen, seiner integrativen Funktion gerecht zu werden, indem es auch die ausländischen Jugendlichen stärker an die bestehenden Angebote heranführt. Auch eine Verbesserung der Vernetzung der verschiedenen Akteure (z.B. Jugendhaus, Vereine oder Jugendarbeit der Gemeinde) sowie die Realisierung gemeinsamer Aktivitäten oder Veranstaltungen könnte den Wert der Akteure für die Gemeinde deutlich machen und einen wichtigen Beitrag zur Integration in Strassen leisten.

Die Bedeutung von Treffpunkten als Orten der Begegnung von Jugendlichen

Zur Förderung der Kontakte in der Gemeinde können aber auch formelle oder informelle Treffpunkte eine große Rolle spielen. Sie erlauben es den Jugendlichen sich in Freundesgruppen zu treffen, gemeinsamen Freizeitaktivitäten nachzugehen und Freundschaften aufzubauen, unabhängig von der Welt der Erwachsenen. Ein solcher Treffpunkt ist das Jugendhaus in Strassen, das vor der Herausforderung steht, auch Jugendliche ohne luxemburgische Nationalität verstärkt anzusprechen. Die Ergebnisse der Studie haben aber auch gezeigt, dass Jugendliche auch das Bedürfnis nach einem lockeren, informellen Treffpunkt im öffentlichen Raum haben bzw. einen Raum, den sie für private Zwecke mieten können. Die bestehenden Angebote, wie der Skaterpark oder der Bolzplatz, ziehen nur einen Teil der jugendlichen Bevölkerung an, da sie an bestimmte sportliche Aktivitäten geknüpft sind. Die Schaffung eines öffentlichen Ortes des informellen Zusammentreffens würde viele neue Möglichkeiten eröffnen, unter anderem um die Kontakte zwischen Jugendlichen mit unterschiedlichem Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss oder sozialem Hintegrund zu stärken. Zudem könnte ein solcher Ort dazu beitragen, dass die Jugendlichen aus Strassen ihren Kontakt zu Jugendlichen aus der Gemeinde über das Grundschulalter hinaus halten.

Die Zugänge und Möglichkeiten zum Engagement in der Gemeinde verbessern

Das Interesse an Politik ist bei den Jugendlichen in der Gemeinde Strassen eher gering. Die Ergebnisse der Umfrage haben gezeigt, dass nur die Hälfte der Jugendlichen sich als politisch interessiert äußert. Nur wenige Jugendliche sind in einer Partei oder politischen Gruppe engagiert und ein ebenfalls geringer Teil kann sich vorstellen, sich hier einmal politisch zu engagieren. Dies bedeutet aber nicht, dass die Jugendlichen sich von der Politik abkehren und nicht mehr bereit wären, sich in der Gesellschaft insgesamt zu engagieren. So haben die Ergebnisse der Befragung gezeigt, dass die Jugendlichen aus der Gemeinde Strassen bereit sind, sich politisch zu engagieren, allerdings in unterschiedlichen, unkonventionelleren Formen und tendenziell eher für kurze Zeitspannen (z.B. spontane zweckgebundene Aktionen, die zum Beispiel mit Hilfe von Sozialen Netzwerken im Internet organisiert werden). Ebenfalls wünschen sich die Jugendlichen Möglichkeiten, sich in den Ferien, z.B. über einen Ferienjob für die Gemeinde zu engagieren.

Insgesamt scheint der Zugang für Jugendliche zu den Beteiligungsstrukturen in der Gemeinde, wie einer Kommision, den Gremien eines Vereines oder einer Partei, oft sehr schwierig zu sein. Solche Positionen sind meistens ausschließlich von Erwachsenen besetzt. Um Jugendlichen eine Mitsprache im demokratischen Prozess der Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene zu gewähren, wird ein Modell benötigt, bei dem die Jugendlichen als Akteure der Gesellschaft ernstgenommen werden. Damit die Beteiligung der Jugendlichen an kommunalen Entscheidungsprozessen gelingt, muss es konkrete Beteiligungsformen geben, die an der Lebenswelt der Jugendlichen orientiert sind und deren Mechanismen für die Jugendlichen transparent und verständlich sind. Durch die Gründung eines Jugendgemeinderates oder einer ähnlichen Institution, die durch Jugendliche besetzt wird und die die Interessen und Probleme der Jugendlichen in der Gemeinde sammelt, systematisiert und an die Gemeindepolitik kommuniziert, könnten die Beteiligungsmöglichkeiten der Jugendlichen verbessert werden.

Die Nutzungspotenziale neuer Medien als effiziente Informations- und Kommunikationsmittel

Die neuen Unterhaltungs‐ und Kommunikationsmedien wie Computer, Tablet, Internet und Smartphone sind nicht mehr aus dem Alltag der Jugendlichen wegzudenken. Sie werden von fast allen Jugendlichen täglich genutzt. Diese kontinuierliche Mediennutzung beeinflusst die Freizeitgestaltung der Jugendlichen stark und verändert auch die Art ihrer Beziehungen und der Kommunikation mit ihrem sozialen Umfeld. So stehen Jugendliche heute im ständigen Austausch mit ihren Freunden und nutzen Soziale Netzwerke um in Kontakt zu bleiben, ihre Freunde über Neuigkeiten zu informieren und sich selbst im Internet zu präsentieren. Das Internet spielt auch eine wichtige Rolle als Informationsmedium, zum Beispiel als Informationsquelle für Politik und gesellschaftliche Themen, aber auch für das gezielte Suchen nach bestimmten Informationen. Auch bei Veranstaltungen oder spontanen Aktionen, wie zum Beispiel politische Proteste, ist die Vernetzung über das Internet zunehmend von Bedeutung. Für die Jugendarbeit in der Gemeinde ist es wichtig, sich der hohen Bedeutung neuer Medien bewusst zu sein und die neuen Medien auch gezielt für die Arbeit mit Jugendlichen zu nutzen. Neue Medien können dazu genutzt werden, um die Jugendlichen über aktuelle Angebote und Aktivitäten zu infomieren und damit auch die Erreichbarkeit und Motivation der Jugendlichen zu erhöhen. Derzeit sind viele Jugendliche über die Angebote (u.a. Jumboskarte, Jugendhaus) und Aktivitäten nur unzureichend informiert und die bestehenden Kommunikationskanäle sind den Jugendlichen entweder nicht bekannt oder bieten keinen wesentlichen Mehrwert gegenüber anderen Angeboten. Hier wäre von Seiten der Gemeinde zu überlegen, welche Medien die Jugendlichen bevorzugt nutzen, um dann die Angebote dieser Medien konkreter an die Bedürfnisse der Jugend anzupassen. Denn nur mit einem attraktiven Angebot, das den Jugendlichen einen Mehrwert bietet, wird es möglich sein, die Jugendlichen zu einer Nutzung dieser Medien zu bewegen und damit die Information der Jugendlichen und die Kommunikation mit den Jugendlichen zu verbessern.

Zukunftsperspektiven für die Jugendlichen in Strassen fördern

Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass Strassen ein Ort ist, an dem Jugendliche gerne aufwachsen und mit dem sie sich identifizieren. Gründe hierfür sind zum Beispiel das gute infrastrukturelle Angebot in Strassen, welches kaum Wünsche offen lässt, die gute Stimmung der Leute in Strassen untereinander, die gute Lage Strassens in Luxemburg, aber auch die vielen Angebote (z.B. Vereine, Aktivitäten, Infrastruktur, Unterstützungsangebote etc.), die die Gemeinde seinen Bürgern zur Verfügung stellt. Es zeigte sich weiterhin auch, dass die meisten Jugendlichen ein Leben in Strassen einem Leben in einer anderen Gemeinde, in der Stadt Luxemburg oder im Ausland vorziehen und dass der größte Teil der Jugendlichen deshalb auch als Erwachsener (und mit Familie und Kindern) gerne in Strassen leben würde. Jedoch sind sich die Jugendlichen auch bewusst, dass es aufgrund der hohen Wohn‐ und Mietkosten in Strassen schwierig wird, diesen Wunsch zu realisieren. Hier wünschen sich die Jugendlichen Maßnahmen von Seiten der Gemeindepolitik, die den Jugendlichen Perspektiven in Strassen bietet und es ihnen ermöglicht, auch ihre Zukunft in Strassen zu planen.

Publikationen

Die Jugend der Gemeinde Strasse. Entwicklungen & Perspektiven. Ergebnisbericht der Jugendstudie im Rahmen des Jugendkommunalplanes für die Gemeinde Strassen

Décieux, Jean Philippe | Heinen, Andreas | Willems, Helmut

Esch-Belval 2016

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