Was bedeutet Jugendarbeit in Luxemburg und Deutschland, und wie lässt sie sich in transnationalen Lern- und Vergleichsprozessen weiterentwickeln? Mit dieser Leitfrage sind Studierende im Bachelor en Sciences sociales et éducatives (BSSE) aus Belval und aus Koblenz unter der Leitung von Dr. Sandra Biewers (Universität Luxemburg) und Prof. Kathrin Klein-Zimmer (Hochschule Koblenz) seit dem Wintersemester 2025 in ein gemeinsames COIL-Seminar gestartet, das der Jugendarbeit in transnationaler Perspektive auf die Spur geht.
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Collaborative Online International Learning
COIL – das steht für Collaborative Online International Learning. Es geht also um internationale Lernmomente insbesondere in der Jugendarbeit, die durch kollaborative Online-Zusammenarbeit ermöglicht werden. Das Format verbindet wissenschaftliche Analyse mit praxisnaher Zusammenarbeit in international gemischten Teams. So schafft das Seminar einen Lernraum, wo unterschiedliche rechtliche Rahmen, professionelle Selbstverständnisse und pädagogische Ansätze produktiv aufeinandertreffen.
Mit COIL als Lernformat arbeiten die Studierenden länderübergreifend an einer gemeinsamen Aufgabe im Bereich Jugendarbeit, etwa zu Themen wie Demokratiebildung, Digitalität, Gesundheit oder Nachhaltigkeit. So stärken sie digitale und methodische Kompetenzen, fördern ihr Bewusstsein für das Handlungsfeld und lernen gemeinsam, worum es in der Jugendarbeit geht.
Über die Grenze? Unbedingt!
Ein Seminar, das auf online vermittelte Lerneffekte setzt, so könnte man meinen, bedürfte eigentlich keiner weiteren Grenzüberschreitungen. Erlauben doch digitale Technologien den barrierearmen Austausch jenseits geographischer Verortungen. Und doch ist auch für dieses Seminar der persönliche gegenseitige Besuch essenziell. So fand am 31. Oktober 2025 eine gemeinsame Präsenzveranstaltung an der Hochschule Koblenz statt, nachdem Grundsteine des Projekts in ersten länderspezifischen Einführungsphasen und einer Hybrid-Sitzung beider Hochschulen erfolgreich gelegt worden waren.
Die Exkursion der luxemburgischen Studierenden nach Koblenz entwickelte sich zu einer intensiven Begegnung mit vielfältigen, anregenden Diskussionen. Dabei wurde deutlich, dass viele vermeintlich vertraute Aspekte der jeweils anderen Länder und Jugendarbeitsstrukturen in neuem Licht erschienen und sich, trotz geografischer Nähe, überraschend anders darstellten. Es gab viel zu entdecken. Dies hat manche Studierende erstaunt, fühlte man sich den jeweils anderen durch das Aufwachsen im Grenzgebiet doch teilweise recht vertraut.
Jugendarbeit diesseits und jenseits der Grenze
Als besonders interessant erwies sich auch die Heterogenität der Gruppe: Neben Deutsch und Luxemburgisch brachten die Studierenden weitere Sprachkompetenzen mit, und unterschiedliche Migrationsbiografien waren dies- wie jenseits der Grenze alltägliche Realität. Wohnorte, Sprachen und Hintergründe der Teilnehmenden unterliefen damit eine allzu strikt binational gedachte Perspektive auf das Seminar und verliehen dem „Zwischenraum“ im Begriff transnational eine ganz eigene, produktive Bedeutung.
Die Studierenden beider Bildungseinrichtungen haben nun verbindliche Arbeitsaufträge vereinbart und werden diese in Teams und durch das COIL-Format bearbeiten. All dies, bis am 27. Januar 2026 ein weiteres Präsenztreffen stattfindet. Diesmal allerdings in Luxemburg; dann wird es um die Vorstellung der Gruppenarbeitsergebnisse gehen. Danke an alle Studierenden und Kolleg*innen für die engagierte, konstruktive Zusammenarbeit – ein gelungener Start in ein lebendiges, transnationales Lernprojekt.














