Bildungserfahrungen in non-formalen Settings

Eine Jugendstudie über das Potenzial und den Wert bildungsorientierter Jugendarbeit

Welche Bildungserfahrungen machen Jugendliche, wenn sie Angebote der Jugendarbeit annehmen oder wenn sie in der Jugendarbeit tätig sind? Diese Studie wirft einen Blick auf das Potenzial bildungsorientierter Jugendarbeit in Luxemburg.

Studienhintergrund: Bildungsdebatten nach „Pisa“

Mit der Neubestimmung des Jugendsektors als Bereich der non-formalen Bildung ist Luxemburg einem internationalen Trend gefolgt. Der Ursprung dieser Entwicklung geht auf die auch in Luxemburg diskutierte Krise des Bildungssystems zurück, die internationale Studien und Untersuchungen wie etwa die Pisa-Studie belegen.

Als ein Aspekt dieser Debatte wird die Bedeutung non-formaler Bildungsansätze hervorgehoben. Im Sinne von ganzheitlichen, lokalen Bildungslandschaften soll künftig dazu beigetragen werden, die Komplementarität der Bildungsangebote zu fördern. So soll es zu einer gerechteren Verteilung von Bildungschancen kommen.

Mit der Einführung des nationalen Bildungsrahmenplans in Luxemburg im Jahr 2017 hat sich das Verständnis von Jugendarbeit als Bildungsarbeit weiter etabliert. Diese Entwicklung überführt die für die Jugendarbeit typischen sozialpädagogischen Ansätze des sozialen und situativen Lernens, der Selbstbildung, der Ressourcen- und Integrationsarbeit, etc. formal in eine stärker bildungsorientierte Logik. Dabei bleibt bedeutsam, dass Bildung nicht nur Wissenszuwachs meint, sondern mit Blick auf die Jugendphase auch mit vielfältigen Entwicklungsaufgaben verbunden ist. Jugendliche benötigen geschützte und experimentelle Freiräume, um sich selbst und ihre Rolle im gesellschaftlichen Miteinander zu finden und den Übergang ins Erwachsensein erfolgreich zu meistern.

Bildungserfahrungen von Jugendlichen erforschen

Vor diesem Hintergrund hat das Forschungsprojekt „Bildungserfahrungen in non-formalen Settings – Eine Jugendstudie über das Potenzial und den Wert bildungsorientierter Jugendarbeit“ einen differenzierten Blick darauf geworfen, was Bildung in der Jugendarbeit konkret sein kann und wie Jugendliche in den Einrichtungen der non-formalen Bildung für sich selbst und das Leben lernen.

Das Ziel der Studie war es in diesem Sinne, die subjektiven Bildungserfahrungen, die Jugendliche in ihrer Teilnahme an exemplarisch ausgewählten Settings der Jugendarbeit machen, mit unterschiedlichen Methoden der rekonstruktiven Sozialforschung kriteriengeleitet zu analysieren und zu beschreiben. Mit Rekurs auf die transformatorische Bildungstheorie nach Koller (2018) und die Grundzüge einer subjektorientierten Jugendarbeit nach Scherr (1997) wurde empirisch nachgezeichnet, was Jugendliche aus ihrer Teilnahme an der Jugendarbeit für sich selbst und ihre persönliche und soziale Entwicklung mitnehmen und inwiefern sich hieraus auch nachhaltig Veränderungen jugendlicher Denk-, Sicht- und Handlungsweisen ergeben.

Die JuBi-Studie: Eingebettet in die Forschung zur Qualität non-formaler Bildung

Die Mixed-Methods-Studie lässt sich im Bereich der sozialpädagogischen Bildungsforschung verorten. Sie hatte eine Laufzeit von insgesamt zwei Jahren und wurde vom Ministerium für nationale Bildung, Jugend und Kindheit (MENJE) in Luxemburg ko-finanziert. Projektbeginn war der 1. Juni 2020.

Die Jugendstudie zeigt neben neuen Erkenntnissen über das Potenzial und den Wert der Jugendarbeit aus der Perspektive der Jugendlichen selbst auch Handlungsansätze und Gelingensbedingungen einer erfolgreichen non-formalen Bildungsarbeit auf. Damit liefert sie eine Informations- und Diskussionsgrundlage für Politik, Fachpraxis und Wissenschaft.

Ansprechpartner·in

Sandra Biewers Grimm

Dr. Sandra Biewers Grimm ist Diplom-Pädagogin mit einem Master-Abschluss in Social Management und Postdoctoral Researcher im Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (CCY) der Universität Luxemburg.

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