Nationaler Bericht zur Situation der Jugend in Luxemburg 2015


Zielsetzung

Die luxemburgischen Jugendberichte bieten eine systematische Aufbereitung des verfügbaren Wissens über die Lebenssituation von Jugendlichen in Luxemburg. Auf Grundlage wissenschaftlicher Befunde werden sowohl Problemstellungen identifiziert als auch Anregungen für Handlungsansätze gewonnen, so dass eine Informations- und Diskussionsgrundlage für Politik, Fachpraxis und Wissenschaft entsteht.

Prof. Dr. Helmut Willems (Leitung) | Sandra Biewers | Simone Charles | Christina Haas | Andreas Heinen | Patrice Joachim | Christiane Meyers | Jan Scharf | Anette Schumacher | Andreas Vuori | Daniel Weis


Universität Luxemburg | Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse in Luxemburg (MENJE)


2013 – 2015

Der Jugendbericht 2015 ist der zweite Bericht, der sich mit der Situation der Jugend in Luxemburg beschäftigt. Die Erstellung geht zurück auf Artikel 15 (1) des Jugendgesetzes vom 4. Juli 2008, mit dem in Luxemburg erstmals eine gesetzliche Grundlage für die Erstellung eines nationalen Jugendberichts besteht. Während im ersten Bericht 2010 vor allem allgemeine Lebenssituationen untersucht und spezifische Problemlagen identifiziert wurden, widmet sich die vorliegende Studie besonders den Übergängen vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Gegliedert wurden diese Übergänge in drei Bereiche:

  1. Der Übergang vom Bildungssystem zum Arbeitsmarkt
  2. Die privaten Übergänge, z. B. Auszug aus dem Elternhaus, Entwicklung von Partnerschaften, Familiengründung
  3. Die Übernahme einer Rolle als aktiver, sozial und politisch engagierter Bürger

Anhand zentraler Daten beschreibt und analysiert der Jugendbericht 2015 diese unterschiedlichen Übergänge, beschreibt ihre Verläufe und identifiziert Faktoren, die einen positiven bzw. negativen Einfluss auf das Gelingen der Transition haben. Darüber hinaus zeigt der Bericht auf, mit welchen Unterstützungsmaßnahmen der Staat auf bestehende Probleme reagiert, welche Erfahrungen die Maßnahmenteilnehmer mit diesen Maßnahmen gemacht haben und wie sie die Angebote bewerten. Die Zielgruppe der Untersuchung bilden Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 34 Jahren.

Datengrundlage und Methodik

Der Jugendbericht 2015 folgt einem multimethodischen Ansatz.

25 Experteninterviews mit Vertretern von Institutionen und Organisationen aus Politik und Praxis stützten sowohl die inhaltliche Konzeption des Berichts als auch die Formulierung relevanter Fragestellungen. Zudem stellten sie eine wichtige Referenz für die Auswahl der Themenbereiche und die Identifikation spezifischer Problemlagen der Jugendlichen dar.

Anhand nationaler und internationaler Forschungsstudien wurde eine Sekundärdatenanalyse durchgeführt, um die Transitionsphase von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Luxemburg empirisch zu beschreiben. Dabei wurde sowohl versucht, Veränderungen und Entwicklungen darzustellen, als auch luxemburgspezifische Eigenheiten zu identifizieren und Vergleiche nach bestimmten Merkmalen wie Alter, Geschlecht oder soziale Herkunft zu beschreiben.

Mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 34 Jahren wurden insgesamt 77 leitfadengestützte Interviews geführt. Diese ermöglichte die Analyse subjektiver Sichtweisen, Wahrnehmungen und Deutungen sowie individuelle Formen der Gestaltung und Bewältigung der Übergänge. Anhang dieser Interviews wurden unterschiedliche Transitionsverläufe nachgezeichnet und so Biografien von Jugendlichen dargestellt. Eine zusätzliche qualitative Erhebung von 51 Interviews wurde mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Behinderung durchgeführt, um so deren spezifische Wahrnehmungen, Probleme und Bewältigungsformen zu identifizieren.

Die Erfahrungen und Bewertungen der Jugendlichen mit staatlich geförderten Unterstützungsmaßnahmen waren Gegenstand einer quantitativen Erhebung. Befragt wurden insgesamt 1716 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren, die sich im Jahr 2013 oder 2014 in einer Maßnahme befunden hatten.

Zur Validierung, Überarbeitung und inhaltlichen Ergänzung des Berichts wurden neun Fokusgruppendiskussionen durchgeführt, an denen insgesamt 47 Experten aus Praxis, Verwaltung, Politik und Wissenschaft teilnahmen.

Ergebnisse

Die Darstellung der Forschungsergebnisse folgt an dieser Stelle nicht der Aufteilung des Jugendberichts in drei Bereiche. Stattdessen werden Trends und Einflussfaktoren auf die Transition von jungen Menschen herausgestellt. Detaillierte Ergebnisse finden sich in den entsprechenden Dokumenten unten.

Die Phase des Übergangs vom Jugend- zum Erwachsenenalter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Sie erstreckt sich im Vergleich zu früher über einen längeren Zeitraum und ist weniger strukturiert und standardisiert. Auch zeigen sich heute erhebliche Unterschiede in der Reihenfolge der Übergänge in die Arbeitswelt und im privaten Bereich, sowie in der Entwicklung bürgerschaftlicher Teilhabe. Deutlich wurde zudem, dass die unterschiedlichen Transitionsverläufe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen insbesondere durch Bildung, soziale Herkunft, Nationalität, Geschlecht und die zur Verfügung stehenden Ressourcen erklärt werden können.


Die Verlängerung der Transitionsphase und die biografische Verschiebung der Aufnahme einer Arbeit und der Gründung einer Familie

In den vergangenen Jahrzehnten ist in Luxemburg (wie in den meisten westlichen Gesellschaften) eine deutliche Verlängerung der Transition vom Jugendlichen zum Erwachsenen festzustellen. Sichtbar wird diese Verlängerung an den immer später erfolgenden Transitionen in den zentralen Übergangsbereichen: die Aufnahme einer Erwerbsarbeit, das Eingehen einer Ehe und die Gründung einer Familie erfolgen heute deutlich später als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Verlängerung der Transitionsphase geht in der Regel darauf zurück, dass junge Menschen heute mehr in Bildung investieren müssen und daher eine längere Zeit im Bildungssystem verbringen, bevor sie auf Arbeitssuche gehen. Zugleich gestaltet sich der Eintritt in den Arbeitsmarkt heute problematischer: Praktika, befristete Arbeitsverträge, Teilzeitverträge, wiederholte Arbeitslosigkeit kennzeichnen diesen Übergang und führen zu einer Verlängerung der Transition in Arbeit. Mit dem dadurch bedingten späteren Erwerbseinstieg hängen auch die zeitlichen Verschiebungen in den privaten Bereichen zusammen: Sicherheit im beruflichen (und damit auch finanziellen) Bereich sind für viele junge Menschen nach wie vor Voraussetzung für den Erwerb einer Immobilie und die Gründung einer eigenen Familie. Hinzu kommt, dass die traditionellen Transitionsmarker zum Erwachsenenstatus nicht mehr für alle Jugendlichen von Bedeutung sind und normativen Charakter haben. Wenngleich ein Großteil diese Übergangsereignisse anstrebt und als wichtige Stationen auf dem eigenen Lebensweg erachtet, wird die Transitionsphase von vielen auch als Phase des Ausprobierens, der Selbstverwirklichung und der Entfaltung eigener Lebensvorstellungen gesehen.


Übergänge und biografische Verläufe werden unterschiedlicher

Als Folge von Individualisierung und gesellschaftlicher Differenzierung gibt es heute eine hohe Wahlfreiheit bei biografischen Entscheidungen und eine Vielzahl möglicher Wege ins Erwachsenenalter. Traditionelle Muster verlieren an Bedeutung, individualisierte Übergänge nehmen zu. Die größere Entscheidungsfreiheit bedingt aber gleichzeitig einen Zwang zur Entscheidung und ist mit größeren Unsicherheiten und Risiken verbunden. Welche Folgen einzelne Entscheidungen für die individuelle Biografie haben können, ist für Jugendliche oft nur schwer zu überschauen. Während ein Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Wahlfreiheit zu nutzen weiß – etwa indem sie sich bewusst für einen bestimmten beruflichen Weg entscheidet –, geht der Übergang für andere nicht ohne Unsicherheit, Krisen und Ängste vonstatten. Inwiefern junge Menschen die Freiheiten zu nutzen wissen und mit den damit verbundenen Anforderungen kompetent umgehen können, hängt einerseits von den persönlichen Ressourcen (u. a. kognitive Fähigkeiten, soziale Kompetenzen, Selbstwirksamkeit) ab, andererseits von der Unterstützung aus dem sozialen Umfeld (Familie, Freunde).


Die Entkopplung und Umkehrbarkeit von Übergangsereignissen

Die Transitionen in den verschiedenen Übergangsbereichen sind nicht unabhängig voneinander, sondern bedingen sich teilweise gegenseitig. So stellt ein erfolgreicher Übergang in die Arbeitswelt für einen großen Teil junger Menschen die Voraussetzung für eigenständiges Wohnen oder die Gründung einer eigenen Familie dar. Gleichzeitig sind diese unterschiedlichen Transitionsereignisse, die den Übergang ins Erwachsenenalter markieren, zeitlich voneinander entkoppelt: Im Gegensatz zu früher, als gesellschaftliche Normen und Konventionen etwa den Auszug aus dem Elternhaus erst bei bevorstehender Eheschließung vorsahen oder die Elternschaft nicht unabhängig von der Eheschließung gesehen werden konnte, liegen verschiedene private Übergangsereignisse heute oft zeitlich weit auseinander: So erfolgt der Auszug aus dem Elternhaus in der Regel deutlich vor einer Eheschließung oder der Gründung einer Familie. Des Weiteren kann der Übergang in einem Lebensbereich bereits erfolgreich abgeschlossen sein, während die Transition in anderen Bereichen noch nicht begonnen hat (z.B. erwerbstätige junge Erwachsene, die noch bei ihren Eltern wohnen). Zudem können einmal erfolgte Übergänge nicht als für immer abgeschlossen gelten; sie verlaufen vielmehr immer häufiger auch reversibel. Beispielhaft hierfür ist die Situation der Akademiker, die nach einer Phase des eigenständigen Wohnens während des Studiums wieder zurück zu ihren Eltern ziehen. Auch kann der Verlust der Arbeitsstelle oder eine Scheidung dazu führen, dass junge Menschen wieder ihr eigenständiges Wohnen aufgeben müssen und zurück zu ihren Eltern ziehen.


Die hohe Bedeutung familialer Unterstützung für die Bewältigung des Übergangs

Unsere Befunde verweisen übereinstimmend auf die hohe Bedeutung der elterlichen Unterstützung für eine positive Bewältigung der Transition. Bei Jugendlichen, die mit Problemen in der Übergangsphase konfrontiert sind, fehlt diese Unterstützung häufig. Individuelle Problemlagen und ein fehlendes soziales Netzwerk führen dann oft zu unterstützungsbedürftigen oder gar gescheiterten Transitionsverläufen. Demgegenüber können Jugendliche mit zugewandten und unterstützenden Eltern nicht nur auf deren finanzielle Hilfe, sondern auch auf deren Erfahrung, Wissen und psychischen Rückhalt zählen. Dies wirkt sich nicht erst beim Übergang ins Erwachsenenalter aus, sondern spielt bereits in der Schulzeit eine entscheidende Rolle. Auch beim Übergang in eigenständiges Wohnen ist die Unterstützung der Familie ein wichtiger Faktor. Angesichts der hohen Immobilienpreise in Luxemburg sind die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Jedoch verfügen nicht alle Eltern über die Möglichkeit, ihre Kinder finanziell zu unterstützen oder ihnen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Einfluss der Herkunftsfamilie wird besonders bei der Entwicklung bürgerschaftlicher Teilhabe deutlich: Jugendliche, die in einer politisch interessierten und engagierten Familie aufwachsen, zeigen auch selbst häufiger Interesse an Politik und entwickeln eher eigenes politisches und gesellschaftliches Engagement. Eltern sind nicht nur wichtige Rollenvorbilder, sondern fördern auch oftmals gezielt das Engagement ihrer Kinder. Jugendliche, die nicht auf die Unterstützung und das Vorbild ihrer Eltern zurückgreifen können, sind in weiten Teilen benachteiligt. Mit außerfamilialen Unterstützungsangeboten wird versucht, diese Benachteiligungen zu kompensieren, sie können jedoch die familiale Unterstützung nicht vollständig ersetzen.


Die unterschiedlichen Transitionsverläufe von jungen Frauen und jungen Männern

Die Lebensläufe von jungen Männern und jungen Frauen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten einander angeglichen, insbesondere was die Ausgestaltung der Bildungswege und der beruflichen Tätigkeit angeht. Frauen sind im Vergleich zu früher zu deutlich höheren Anteilen erwerbstätig und kehren nach der Geburt der Kinder früher und häufiger wieder ins Erwerbsleben zurück. Dennoch zeigen sich auch Unterschiede in der Transition zwischen den Geschlechtern. Junge Frauen erreichen im Durchschnitt höhere Bildungsabschlüsse als junge Männer und verfügen öfter über einen Hochschulabschluss; entsprechend verbleiben sie länger im Bildungssystem. Frauen ziehen früher in eine eigenständige Wohnsituation, während junge Männer häufig länger im Elternhaus wohnen bleiben. Allerdings leisten Frauen auch heute noch einen größeren Anteil der privaten Erziehungs- und Betreuungsarbeiten, was dazu führt, dass mehr Frauen die Doppelbelastung durch Reduzierung ihrer beruflichen Tätigkeit (Teilzeitarbeit) zu bewältigen suchen.
In Bezug auf die gesellschaftliche und politische Beteiligung zeigen sich jedoch die männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiver: Mädchen und junge Frauen sind weniger an Politik interessiert als ihre männlichen Altersgenossen und engagieren sich auch weniger in Vereinen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.


Der Einfluss von Nationalität und Migration auf die Transition

In allen Übergangsbereichen wurden deutliche Unterschiede in der Bewältigung der Transition zwischen jungen Menschen luxemburgischer und ausländischer Herkunft deutlich. Wenngleich die Befunde differenziert zu betrachten sind, lässt sich festhalten, dass Jugendliche und junge Erwachsene ohne luxemburgische Nationalität im Durchschnitt niedrigere Bildungsabschlüsse erreichen als jene mit luxemburgischer Nationalität. Da häufig noch mangelnde sprachliche Kompetenzen und fehlende soziale Netzwerke hinzukommen, werden bereits früh die Weichen für die berufliche Zukunft vieler Jugendlicher mit Migrationshintergrund gestellt: Entsprechend finden sich junge Menschen mit Migrationshintergrund überproportional häufig in Berufen mit geringen Qualifikationsanforderungen wieder, sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und müssen häufiger auf die Hilfe von Maßnahmen zur Bewältigung der Transition zurückgreifen. Auffallend sind darüber hinaus das geringe politische Interesse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ausländischer Nationalität, sowie deren geringere gesellschaftliche und politische Beteiligung. Aus der starken Integrationskraft eines freiwilligen Engagements ziehen junge Menschen mit Migrationshintergrund somit nur selten Nutzen. Daneben zeigen die Daten aber auch eine Vielzahl von hoch qualifizierten, beruflich erfolgreichen und bestens integrierten Immigranten, die jedoch häufiger aus der zweiten Migrantengeneration entstammen und vielfach aus anderen EU-Ländern kommen.


Der Beitrag und die Grenzen der Unterstützungsangebote

Das vorhandene Angebot an Maßnahmen zur Unterstützung der Transition in unterschiedlichen Bereichen stellt für viele Jugendliche und junge Erwachsene eine wichtige Hilfe zur Bewältigung des Übergangs dar. Dies belegen die überwiegend positiven Rückmeldungen der Teilnehmer. Für den Bereich der Arbeitsintegrationsmaßnahmen hat sich gezeigt, dass der überwiegende Teil der Maßnahmenteilnehmer den Wissens- und Kompetenzzuwachs, die persönliche Weiterentwicklung und die Verbesserung der beruflichen Chancen durch die Teilnahme positiv bewertet. Folgende vier Faktoren haben einen positiven Einfluss auf die Bewertung: (1) der individuelle Zuschnitt der Maßnahme auf den Teilnehmer, (2) das Eingehen auf die Bedürfnisse des Teilnehmers, (3) die Identifikation von Stärken und Schwächen des Teilnehmers sowie (4) die individuelle Förderung des Teilnehmers. Eine Orientierung der Maßnahmen an diesen Faktoren dürfte damit auch einen positiven Effekt auf den Erfolg der Maßnahmen haben.
Die betreuten Wohnstrukturen tragen zu einer Verbesserung der Lebenssituation sowie der Alltagsbewältigung der Bewohner bei. Allerdings müssen Jugendliche teilweise sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen, bevor sie einen freien Platz erhalten. Dies deutet auf den hohen Bedarf an zusätzlichen Wohnstrukturen hin. Ältere Jugendliche in Wohnstrukturen mit mehr individuellen Freiräumen und mehr Partizipationsmöglichkeiten bewerten den individuellen Nutzen der Angebote höher als junge Jugendliche, die in ihren Wohnstrukturen oft mit einem höheren Maß an Kontrolle und Regeln konfrontiert sind. Insgesamt wäre eine Ausweitung der Beteiligungsmöglichkeiten notwendig um die Entwicklung von Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Bewohner zu stärken und damit die Voraussetzungen für den erfolgreichen Übergang in eigenständiges Wohnen zu verbessern.
Die Angebote zur Förderung bürgerschaftlicher Teilhabe werden fast ausschließlich von Jugendlichen mit luxemburgischer Nationalität genutzt. Dabei kommt diesen Angeboten nicht nur eine wichtige soziale Integrationsfunktion zu, sondern sie tragen auch maßgeblich zur Entwicklung breit gefächerter Kompetenzen (u.a. Verantwortungsübernahme, Weiterentwicklung der Persönlichkeit und zum Teil auch Fachkompetenzen) bei. Vor diesem Hintergrund erscheint eine stärkere Öffnung der Angebote hin zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie Jugendlichen mit niedrigen Bildungsqualifikationen von großer Bedeutung. Neben den positiven Effekten weisen die Ergebnisse also auch auf die Grenzen der Unterstützungsangebote hin. So erweisen sich Maßnahmen für einige Jugendliche als Warteschleife oder Sackgasse und führen nicht zur gewünschten Verbesserung der jeweiligen Situation. Insbesondere stark unterstützungsbedürftige junge Menschen mit multiplen Problemen profitieren nur bedingt vom vorhandenen Maßnahmenangebot, sondern benötigen umfangreichere Unterstützung, die spezifisch auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Notwendig wären hier eine verbesserte Früherkennung und eine stärker sozialpädagogisch ausgerichtete Betreuung, die auch die Familie einbezieht.

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Präsentation

Am 01. März 2016 fand im Audimax der Universität Luxemburg die offizielle Präsentation des Jugendberichts 2015 statt. Die Veranstaltung wurde auf Video aufgezeichnet.

Publikationen

Nationaler Bericht zur Situation der Jugend in Luxemburg 2015. Übergänge vom Jugend- ins Erwachsenenalter

hg. v. Ministère de la Famille et de l’Intégration, Luxembourg, Luxemburg 2015

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