HBSC-Befragung 2018

Gesundheitsverhalten von Kindern im Schulalter

Wie steht es um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Jugendlichen in Luxemburg? Um diese Frage zu beantworten, werden alle vier Jahre über 8 000 Schülerinnen und Schüler befragt. Unter anderem wird erhoben, wie viele von ihnen rauchen, wie häufig sie Sport treiben und wie wohl sie sich in der Schule und zu Hause fühlen. Da es sich bei HBSC um eine Partnerstudie der WHO handelt, können die Ergebnisse mit denen aus 50 Ländern in Europa, Asien und Nordamerika verglichen werden.

HBSC

Jugendlich erprobtes Gesundheitsverhalten bestimmt das Erwachsenenalter

Die Wenigsten verbinden das Jugendalter mit Krankheit. Dennoch ist diese Zeit für die Entwicklung der Gesundheit von Jugendlichen und auch für die Gesundheitspolitik zentral. So weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf hin, dass bis zu 50 % der psychischen Krankheiten, die im Erwachsenenalter bestehen, bereits im Alter von bis zu 14 Jahren beginnen (WHO 2012). Zudem erproben junge Menschen in dieser Zeit häufig Verhaltensweisen, die die Gesundheit kurzfristig und langfristig beeinträchtigen können: Beispielsweise Tabakkonsum, Alkoholkonsum oder schädliche Ernährungsweisen.

Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen

Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen werden nicht nur durch individuelle Faktoren bestimmt. Einen Einfluss haben auch das unmittelbare soziale Umfeld wie zum Beispiel Gleichaltrige, Eltern und Lehrer. Im weiteren sozialen Umfeld spielen Wohnort und Schule eine maßgebliche Rolle. Auch die Gesellschaft und ihre Ordnung insgesamt beeinflussen Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen, etwa in Form des Gesundheitswesens.

HBSC – Die internationale Gesundheitstudie über Jugendliche im Schulalter

Die internationale WHO-Partnerstudie Health Behaviour in School-aged Children erforscht daher die sozialen Bestimmungsfaktoren von Gesundheit und Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern und informiert die Öffentlichkeit über die Ergebnisse. Dafür finden alle vier Jahre Befragungen in Schulklassen statt – neben Luxemburg mittlerweile in über 50 Ländern der Welt. Forschende können so Veränderungen im Zeitverlauf nachvollziehen und Unterschiede zwischen den Ländern untersuchen.

Die HBSC-Befragung 2018 in Luxemburg

In Luxemburg führen wir HBSC seit dem Jahr 2006 im Rhythmus der internationalen Befragungen durchgeführt. Im Jahr 2018 nahmen dazu 8 687 Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren an einer Befragung in ihrer Schulklasse teil. Themen, die bei jeder Befragung erhoben werden sind zum Beispiel der Konsum von Alkohol und Tabak, die Ernährung und der Sport. Daneben ging es in der Befragung von 2018 vertiefend um die Nutzung von sozialen Medien.

Der HBSC-Wissenstransfer

Die Forschungsergebnisse fließen in vielfältige Veröffentlichungen ein, wie zum Beispiel in die nationalen Berichte (u.a. HBSC-Bericht 2018, Jugendbericht 2020, HBSC Trends Report 2006-2018) oder in den internationalen HBSC-Bericht Spotlight on adolescent health and well-being. Wissenschaftliche Artikel sowie Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen sind weitere wichtige Veröffentlichungsstragien. Des Weiteren ist das Projekt eng mit dem Youth Survey Luxembourg verbunden. Beide Erhebungen stellen die gleichen Fragen in anderen Zielgruppen. So ist es möglich, Aussagen über Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 11 bis 29 Jahren zu treffen.

Ansprechpartner

Andreas Heinz

Dr. Andreas Heinz ist Volkswirt, Research Scientist und Leiter des luxemburgischen Beitrags zur Internationalen WHO-Partnerstudie Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) im Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (CCY) der Universität Luxemburg.

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Am 06. Juli 2022 startet um 18:00 Uhr die Buchpremiere - Well-being and Health in Adolescence. Herausgeber des neuen Sammelbandes sind Andreas Heinen, Robin Samuel, Claus Vögel und Helmut Willems. Erfahren Sie hier, wie Sie sich zur Veranstaltung anmelden können.

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Erkenntnisse zur Gesundheit luxemburgischer Jugendlicher 2018

Der Bericht der HBSC-Befragung 2018 gibt Auskunft über Gesundheit und Wohlbefinden der Schüler im Jahr 2018 in ihrem sozialen Kontext. Darüber hinaus informiert er, wie sich die entsprechenden Indikatoren von 2006—2018 in Luxemburg entwickelt haben. Verbesserungen gab es vor allem beim Gesundheitsverhalten — die Schüler rauchen und trinken weniger, sie putzen sich häufiger die Zähne und essen mehr Obst und Gemüse. Verschlechterungen betreffen die mentale Gesundheit: Die Schüler haben häufiger psychosomatische Beschwerden und sie fühlen sich häufiger von der Schularbeit gestresst. Des Weiteren sind die Schüler häufiger übergewichtig und sie sind seltener körperlich aktiv.

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Langanhaltendes Sitzen hat sich für Jugendliche und junge Erwachsene als schädlich erwiesen. Den eigenen Körper in Bewegung zu bringen und sitzende Tätigkeiten zu vermeiden kann dazu beitragen, die Gesundheit von Jugendlichen früh zu verbessern und die Entwicklung schwerer Gesundheitsprobleme im späteren Alter zu verhindern. Dieser Policy Brief basiert auf dem Manuskript von Schembri, Heinz &...

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Spotlight on adolescent health and well-being.

Health Behaviour in School-aged Children (HBSC), a WHO collaborative cross-national study, has provided information about the health, well-being, social environment and health behaviour of 11-, 13- and 15-year-old boys and girls for over 30 years. The 2017/2018 survey report presents data from over 220 000 young people in 45 countries and regions in Europe and Canada. The data focus on social context (relations with family, peers, school and online communication), health outcomes (subjective health, mental health, overweight and obesity, and injuries), health behaviours (patterns of eating, physical activity and toothbrushing) and risk behaviours (use of tobacco, alcohol and cannabis, sexual behaviour, fighting and bullying) relevant to young people’s health and well-being. New items on electronic media communication and cyberbullying and a revised measure on family meals were introduced to the HBSC survey in 2017/2018 and measures of individual health complaints and underweight are also included for the first time in the international report. Volume 1 of the international report presents key findings from the 2017/2018 survey, and Volume 2 provides key data disaggregated by country/ region, age, gender and family affluence.

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Spotlight on adolescent health and well-being

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Predictors of problematic social media use in a nationally representative sample of adolescents in Luxembourg

Social media use has increased substantially over the past decades, especially among adolescents. A proportion of adolescents develop a pattern of problematic social media use (PSMU). Predictors of PSMU are insufficiently understood and researched. This study aims to investigate predictors of PSMU in a nationally representative sample of adolescents in Luxembourg. Data from the Health Behavior in School-aged Children (HBSC) study in Luxembourg were used, in which 8687 students aged 11-18 years old participated. The data were analyzed using hierarchical multiple regression. A range of sociodemographic, social support, well-being and media use predictors were added to the model in four blocks. The predictors in the final model explained 22.3% of the variance in PSMU. The block of sociodemographic predictors explained the lowest proportion of variance in PSMU compared with the other blocks. Age negatively predicted PSMU. Of the predictors related to social support, cyberbullying perpetration was the strongest predictor of PSMU. Perceived stress and psychosomatic complaints positively predicted PSMU. The intensity of electronic media communication and preference for online social interaction were stronger predictors of PSMU than the other predictors in the model. The results indicate that prevention efforts need to consider the diverse range of predictors related to PSMU.

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Le bien-être et la santé des jeunes au Luxembourg / Wohlbefinden und Gesundheit von Jugendlichen in Luxemburg

[de] Die Erstellung des nationalen Berichtes zur Situation der Jugend in Luxemburg geht auf den Artikel 15 (1) des Jugendgesetzes vom 4. Juli 2008 zurück, wonach der Minister, zu dessen Zuständigkeitsbereich die Jugendpolitik gehört, der Abgeordnetenkammer alle fünf Jahre einen Bericht vorlegt. Nach dem ersten Bericht im Jahr 2010, der als Gesamtbericht verschiedene Themen behandelte, thematisierte der zweite Bericht im Jahr 2015 die Übergänge vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Der thematische Schwerpunkt des vorliegenden dritten Berichtes ist das Wohlbefinden und die Gesundheit von Jugendlichen in Luxemburg. Der Bericht umfasst zwei Teile: eine wissenschaftliche Analyse und Bestandsaufnahme, die von dem Centre for Childhood and Youth Research (CCY) an der Universität Luxemburg erstellt wurde, sowie einen Beitrag des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend, welche den Kontext erläutert und die zukünftigen Schwerpunkte der luxemburgischen Jugendpolitik reflektiert. Bei der wissenschaftlichen Analyse und Bestandsaufnahme stehen die Jugendlichen und ihre subjektiven Sichtweisen, ihre Bewertungen und Handlungen im Zusammenhang mit ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit im Fokus. Der Bericht zeigt auf, (1) wie Jugendliche ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit einschätzen, (2) was Jugendliche für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit tun oder nicht tun, (3) welche Bedeutung das soziale Umfeld für das Wohlbefinden der Jugendlichen hat, (4) wie Jugendliche die Covid-19-Pandemie und die Maßnahmen wahrnehmen und (5) wie luxemburgische Experten über das Wohlbefinden und die Gesundheit Jugendlicher diskutieren. Die Datengrundlage bilden vor allem die eigens für den Bericht erhobenen Daten aus standardisierten Umfragen und qualitativen Interviews. Um die Veränderung der Situation der Jugendlichen durch die Covid-19-Pandemie zu beschreiben, wurde während der Erarbeitung des Jugendberichtes eine weitere Studie entwickelt und durchgeführt, deren Ergebnisse im Bericht gesondert dargestellt werden. Der Bericht liefert eine umfassende Informationsgrundlage für die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung der Jugendpolitik der luxemburgischen Regierung, die in einem nationalen Jugendpakt zusammengefasst wird. Er richtet sich sowohl an Fachleute in den verschiedenen jugendrelevanten Arbeitsfeldern als auch an Studierende und alle Leserinnen und Leser, die an fundierten Informationen zur Jugend in Luxemburg und deren Wohlbefinden und Gesundheit interessiert sind. [fr] L’élaboration du rapport national sur la situation de la jeunesse au Luxembourg se fonde sur l’article 15 (1) de la loi sur la jeunesse du 4 juillet 2008, selon laquelle le ministre ayant dans ses attributions la politique de la jeunesse soumet un rapport tous les cinq ans à la Chambre des Députés. Après le premier rapport en 2010, rapport global qui traitait différents sujets, le deuxième rapport 2015 a thématisé le passage de la jeunesse à l’âge adulte. Le présent troisième rapport met l’accent sur le bien-être et la santé des jeunes au Luxembourg. Le rapport se décline en deux volets : une analyse scientifique et état des lieux qui a été réalisé par le Centre for Childhood and Youth Research (CCY) à l’Université du Luxembourg ainsi qu’une contribution du Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse qui expose le contexte et les priorités futures de la politique de la jeunesse au Luxembourg. L’analyse scientifique et l’état des lieux placent les jeunes et leurs perceptions subjectives, leurs évaluations et leurs actions en relation avec leur bien-être et leur santé au centre des réflexions. Le rapport montre : (1) comment les jeunes perçoivent leur bien-être et leur santé, (2) ce que les jeunes font ou ne font pas pour leur bien-être et leur santé, (3) l’importance que revêt l’environnement social pour le bien-être des jeunes, (4) comment les jeunes perçoivent la pandémie de Covid-19 et les mesures prises dans ce contexte et, (5) comment les experts luxembourgeois discutent du bien-être et de la santé des jeunes. Les données de base sont en premier lieu celles recensées à partir d’enquêtes standardisées et d’entretiens qualitatifs. Alors que le rapport sur les jeunes était en cours d’élaboration, une autre étude a été mise au point et réalisée pour décrire le changement de la situation des jeunes induite par la pandémie de Covid-19. Les résultats de cette étude sont présentés séparément dans le rapport. Le rapport fournit des informations de base globale pour l’orientation future et le développement de la politique de jeunesse du gouvernement luxembourgeois, s’inscrivant dans un pacte national pour la jeunesse. Il s’adresse autant aux experts dans les différents domaines de travail pertinents pour la jeunesse qu’aux étudiants et à toute personne souhaitant bénéficier d’informations approfondies sur les jeunes au Luxembourg et sur leur bien-être et leur santé.

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Gesundheit von Schülerinnen und Schülern in Luxemburg

Die vorliegende HBSC-Befragung präsentiert ein breites Spektrum von Indikatoren rund um die Gesundheit, das Gesundheitsverhalten und das Wohlbefinden der luxemburgischen Schülerschaft im Jahr 2018. Die drei Bereiche Übergewicht, körperliche Inaktivität und mentale Gesundheit erscheinen besonders problematisch, weil sich die entsprechenden Indikatoren im Zeitverlauf verschlechtert haben. Zudem sind viele Schüler von diesen Problemen betroffen und es ist aus der Forschung bekannt, dass sie kurzfristig und langfristig eine große Krankheitslast für den Einzelnen und die Gesellschaft verursachen. Wegen der globalen Verbreitung dieser Probleme gibt es inzwischen zahlreiche evidenzbasierte Empfehlungen dazu, welche Maßnahmen die Schüler, ihre Eltern, Schulen und Schulbehörden, Gemeinden und der Staat sowie die Gesellschaft insgesamt ergreifen können. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie kommt insbesondere der mentalen Gesundheit eine steigende Bedeutung zu und die HBSC-Befragung 2018 wird ein wichtiger Anhaltspunkt für die Interpretation der nächsten Befragung im Jahr 2022 sein.

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