Young People and COVID-19

Mixed-Methods-Studie zu Jugendlichen und COVID-19 in Luxemburg

Wie gehen junge Menschen in Luxemburg mit den sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der COVID-19-Prävention um? Halten sie sich an die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie? Gibt es Unterschiede nach Geschlecht, Alter oder sozialem Status? Antworten auf diese Fragen gibt Young People and COVID-19, die umfassendste Corona-Studie in Luxemburg auf Basis von Zufallsstichproben.

Womit beschäftigt sich die YAC-Studie?

Junge Menschen haben ein geringes Risiko für eine schwere Erkrankung aufgrund von COVID-19. Sie sind jedoch ein wichtiges Glied in der Übertragungskette. Zu Beginn der COVID-19-Pandemie wiesen erste Studien darauf hin, dass es Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders schwerfallen könnte, staatliche Richtlinien und Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der Krankheit zu akzeptieren und einzuhalten. Einige der getroffenen Maßnahmen könnten die Entwicklung der jungen Menschen zusätzlich stark beeinträchtigen. Welche kurz-, mittel- und langfristige Folgen haben Lockdowns, Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen für Ausbildung, berufliche Laufbahn, wirtschaftliche Situation, psychosoziale Entwicklung und psychische Gesundheit?

Die YAC-Studie generiert Wissen, das zur Bewältigung der mit der COVID-19-Krise verbundenen Herausforderungen erforderlich ist. Dazu untersucht es, wie junge Menschen in Luxemburg staatliche Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der Ansteckung mit COVID-19 einhalten und akzeptieren. Außerdem ermittelt es die wirtschaftlichen, psychosozialen und gesundheitlichen Folgen dieser Maßnahmen während und nach der COVID-19-Pandemie im Vergleich zu einer präpandemischen Ausgangslage, die wir 2019 erheben konnten. Von besonderem Interesse sind Ungleichheiten zwischen und innerhalb von sozioökonomischen Gruppen, zwischen verschiedenen Altersgruppen oder zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die Akzeptanz und die Folgen der Maßnahmen.

Die Universität Luxemburg (uni.lu) und das Ministerium für Bildung, Kindheit und Jugend (MENJE) finanzieren die YAC-Studie Young People and COVID-19. Der Luxembourg National Research Fund (FNR) hat die YAC-Erhebung 2020 und 2021 mitfinanziert.

Welche Daten liegen der YAC-Studie zugrunde?

Die YAC-Studie ist eine umfassende Mixed-Methods-Studie auf Basis von Zufallsstichproben unter den 12- bis 29-jährigen Einwohnerinnen und Einwohnern Luxemburgs. In jedem Erhebungszeitraum werden mehr als 3000 junge Menschen befragt.

2020, im Entstehungsjahr der YAC-Studie, profitierte das Projekt von den bestehenden Studien am Centre for Childhood and Youth Research, die sich bereits mit Gesundheitsfragen von Kindern und Jugendlichen in Luxemburg beschäftigten: Die Forschungsdesigns der HBSC-Studie Health Behaviour in School-Aged Children, sowie des Youth Survey Luxembourg 2019 ermöglichten es, eine COVID-19-spezifische Studie schnell aufzusetzen.

Die Online-Fragebögen der YAC-Studie orientieren sich in jeder Erhebungsphase inhaltlich am Youth Survey Luxembourg. Daneben verwenden sie Indikatoren, die in der internationalen Wissenschaft gut etabliert sind. Dies macht die YAC-Studie vergleichbar mit den Analysen anderer Studien. Außerdem gewährleistet dies die Validität der gewählten Indikatoren. COVID-19-spezifische Frageblöcke, die im Youth Survey Luxembourg fehlen, verleihen der YAC-Studie ihren besonderen Fokus auf die Pandemie. Für diese Fragen wurden zum Teil andere in Luxemburg angesiedelte Forschungsteams kontaktiert um über die junge Zielgruppe hinweg vergleichbare Fragebatterien zu z.B. Impfstatus und Impfbereitschaft erheben zu können.

Die YAC-Studie erhebt, genau wie der Youth Survey Luxembourg, Daten über relevante Bereiche, wie zum Beispiel Bildung und Beschäftigung, soziale Situation, und Gesundheit. Die Altersspanne der Befragten ist in der YAC-Studie weiter, als im Youth Survey Luxembourg: Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren befragt nur die YAC-Studie, nicht aber der Youth Survey. Jugendliche bis 29 Jahre befragen beide Studien.

Um sicherzustellen, dass die Daten repräsentativ für diese Zielgruppe sind, stellen die Forschenden eine Anfrage ans Zentrum für Informationstechnologien des Staates (CTIE), das Personen aus dem nationalen Personenregister (RNPP) auswählen kann. Die in Frage kommenden Teilnehmenden ermittelt das CTIE mittels einer proportional geschichteten Zufallsstichprobe. Hierbei wird die Verteilung nach Alter, Geschlecht und Kanton berücksichtigt.

Die Forschenden der YAC-Studie kontaktieren die ausgewählten Befragten mit personalisierten postalischen Einladungen, die weitere Informationen über das Projekt, sowie seine Datenschutzpolitik enthalten. Die Umfrage beantworten die Kontaktierten freiwillig. Die computergestützten Web-Interviews stehen auf einer eigens erstellten Website zur Verfügung.

Um die Situation zu Beginn und im späteren Verlauf der Pandemie zu bewerten, sieht die YAC-Studie mehrere Erhebungszeiträume vor: So wurden einzelne Befragungen bisher in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführt.

Im ersten Befragungsjahr 2020 ergänzten die Forschenden die standardisierte, repräsentative Befragung durch qualitative Interviews. Angesichts der neuartigen Pandemielage erlangten sie so ein vertieftes Verständnis der Situation und gewannen subjektive Bewertungen der Jugendlichen und jungen Erwachsen. Dieser qualitative Ansatz wurde in der Folge-Erhebung 2021 nicht fortgesetzt.

Welche Publikationen begleiten die YAC-Erhebungen?

Zu jeder YAC-Erhebung (2020, 2021, …) gehört ein Bericht über die vorläufigen Daten, ein Schlüsseldatenblatt, sowie ein technischer Bericht. Weiter werden ausgewählte Ergebnisse in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Vorläufige Datenberichte

Der Bericht über die vorläufigen Daten fasst die Ergebnisse der Analyse in Worte. Muster, Tendenzen und Zusammenhänge, die den Forschenden in den Erhebungsdaten begegnen, fasst dieser Bericht in einer vorläufigen Auswertung zusammen. Diese Darstellungsform ermöglicht einem breiten Publikum Zugang zu den neuen Erkenntnissen. Er wird in allen wichtigen Sprachen Luxemburgs verfasst: Luxemburgisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch und natürlich auch auf Englisch.

2021
Young People and Covid-19 II:

Entwicklungen 2020 bis 2021, Impfbereitschaft und Auswirkungen der Pandemie.
Vorläufige Ergebnisse einer repräsentativen Befragung Jugendlicher und junger Erwachsener in Luxemburg

Sprachversionen: EN, FR, LU, PT

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2020
YAC Young People and COVID-19

Vorläufige Ergebnisse einer repräsentativen Befragung Jugendlicher und junger Erwachsener in Luxemburg

Sprachversionen: EN, FR, LU, PT

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Schlüsseldatenblätter

Das Schlüsseldatenblatt vermittelt ergänzende Informationen zum Bericht über die vorläufigen Daten. Es fungiert als Anhang für umfangreiche Tabellen und Graphiken, die im Hauptbericht zu viel Platz einnehmen würden.

2021
Young People and Covid-19 II:

Entwicklungen 2020 bis 2021, Impfbereitschaft und Auswirkungen der Pandemie.
Schlüsseldaten zu den vorläufigen Ergebnissen einer repräsentativen Befragung Jugendlicher und junger Erwachsener in Luxemburg

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2020
YAC Young People and COVID-19

Schlüsseldaten zu den vorläufigen Ergebnissen einer repräsentativen Befragung Jugendlicher und junger Erwachsener in Luxemburg

Sprachversionen: EN, FR

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Technische Berichte

Der technische Bericht vermittelt umfangreiche Informationen zu den methodologischen Parametern des entsprechenden Erhebungsjahrgangs der YAC-Studie. Der Bericht gibt Auskunft über die Entwicklung und konzeptionelle Grundlage des Fragebogens, über die Vorgehensweise beim Sampling, bei der Datenerhebung sowie bei der Verarbeitung des Datensatzes. Diese Informationen erlauben es die Datengrundlage und -entwicklung des Survey nachzuvollziehen – von der Planung bis zur finalen Analyse des Datensatzes.

2020
YAC Young People and COVID-19

Social, Economic, and Health Consequences of Infection Prevention and Control Measures among Young People in Luxembourg Technical Report 2020

Sprachversionen: EN

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Warum ist die YAC-Studie wichtig?

Die YAC-Studie ermöglicht eine breite und gründliche Bewertung der kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen der COVID-19-Krise auf das Leben junger Menschen. Die Ergebnisse der einzelnen Erhebungen stellen wir hier fortlaufend zur Verfügung. Sie unterstützen fakten-orientierte politische Entscheidungsfindung vor dem Hintergrund von globalen Forschungslücken im Umgang mit der COVID-19-Pandemie. Darüber hinaus fließen die gewonnenen Erkenntnisse in viele Projekte der Jugendforschung am Centre for Childhood and Youth Research mit ein: Etwa in den luxemburgischen Jugendbericht 2020 oder in Veröffentlichungen im Rahmen des Youth Survey Luxembourg.

Veröffentlichungsfeed der YAC-Studie

Wissenschaftliche Veröffentlichungen aus der YAC-Studie entstehen in der Jugendforschung am Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (CCY) der Universität Luxemburg. Entdecken Sie den Feed der YAC-Studie:

Ansprechpartner·in

Samuel Robin

Robin Samuel

Prof. Dr. Robin Samuel ist Associate Professor und Leiter des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung (CCY) an der Universität Luxemburg.

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YAC Young people and Covid-19

Insgesamt zeichnen die vorläufigen Ergebnisse der repräsentativen Befragung Jugendlicher und junger Erwachsener in Luxemburg ein differenziertes Bild. Im Allgemeinen scheinen sich die jungen Menschen ihrer Verantwortung bei der Eindämmung des Coronavirus bewusst zu sein. Sie verfügen mehrheitlich über die notwendigen Informationen und Möglichkeiten, sich entsprechend dieser Verantwortung zu verhalten. Negative Auswirkungen von COVID-19 und der Maßnahmen gegen COVID-19 deuten sich an, scheinen zum Zeitpunkt der Erhebung aber nicht zu überwiegen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sich negative Auswirkungen verstärkt zeigen werden, je länger die COVID-19-Pandemie anhält und je mehr sich individuelle und gesellschaftliche Ressourcen erschöpfen. Bereits jetzt lassen sich Anfänge soziodemografischer und sozioökonomischer Unterschiede im Umgang mit der COVID-19- Pandemie feststellen. Es gilt daher, die jungen Menschen weiter zu unterstützen, den Übergang zwischen Kindheit und Erwachsensein trotz COVID-19 zu bewältigen und ihnen die dafür erforderlichen Möglichkeiten und Räume verantwortungsvoll zur Verfügung zu stellen. Dabei muss besonders auf sich entwickelnde und verstärkende Ungleichheiten geachtet werden.

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YAC Young people and Covid-19

De maneira geral, os resultados preliminares do inquérito representativo a adolescentes e jovens adultos no Luxemburgo apresentam um cenário diferenciado. Os jovens parecem estar conscientes da sua responsabilidade na contenção do coronavírus. A maioria possui as informações e oportunidades necessárias para se comportar de acordo com esta responsabilidade. Os impactos negativos da COVID- 19 e das medidas contra ela são perceptíveis, mas não parecem ser predominantes no momento do inquérito. No entanto, é provável que o impacto negativo se torne mais pronunciado à medida que a pandemia da COVID-19 perdure e mais recursos individuais e sociais se esgotem. Já é possível identificar o início de diferenças sociodemográficas e socioeconómicas no combate à pandemia da COVID-19. É, portanto, importante continuar a apoiar os jovens na transição entre a infância e a idade adulta, apesar da COVID- 19, e fornecer-lhes as oportunidades e espaços necessários de forma responsável. Nesse contexto, é necessário prestar atenção especial ao desenvolvimento e ao aumento de desigualdades.

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YAC Young people and Covid-19

Insgesamt zeechnen déi virleefeg Resultater vun der representativer Befroung vu Jugendlechen a jonken Erwuessenen zu Lëtzebuerg en differenzéiert Bild. Am Allgemenge schénge jonk Mënsche sech hirer Responsabilitéit bei der Andämmung vum Coronavirus bewosst ze sinn. Si verfügen an der Majoritéit iwwer déi noutwenneg Informatiounen a Méiglechkeeten, sech entspriechend dëser Responsabilitéit ze verhalen. Negativ Auswierkunge vu COVID-19 an de Moossname géint COVID-19 deite sech un, schéngen zum Zäitpunkt vun der Erhiewung awer net ze dominéieren. Et ass allerdéngs warscheinlech, datt sech negativ Auswierkunge verstäerkt weise wäerten, jee méi laang d’COVID-19-Pandemie unhält a jee méi individuell a gesellschaftlech Ressourcen opgebraucht ginn. Schonn elo loosse sech Ufäng vu soziodemografeschen a sozioekonomeschen Ënnerscheeter am Ëmgang mat der COVID-19-Pandemie festhalen. Et gëllt dowéinst, déi jonk Mënsche weider z’ënnerstëtzen, den Iwwergang tëschent Kandheet an Erwuess Sinn trotz COVID-19 ze bewältegen an hinnen déi dofir erfuerderlech Méiglechkeeten a Raim verantwortungsvoll zur Verfügung ze stellen. Dobäi muss besonnesch och op Ongläichheete geuecht ginn, déi sech entwéckelen a verstäerken.

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