Jugendbericht 2015

Nationaler Bericht zur Situation der Jugend in Luxemburg: Übergänge vom Jugend- ins Erwachsenenalter

Erwachsen werden – aber wie? Der luxemburgische Jugendbericht bietet wissenschaftlicher Befunde über die Lebenssituation junger Menschen zwischen dem Jugend- und dem Erwachsenenalter. Der Bericht identifiziert Probleme und mögliche Lösungen als Informationsgrundlage für Politik, Fachpraxis und Wissenschaft.

Worum geht es im Jugendbericht 2015?

Der Jugendbericht 2015 widmet sich den Übergängen vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Gegliedert wurden diese Übergänge in drei Bereiche: Der Übergang vom Bildungssystem zum Arbeitsmarkt, die privaten Übergänge, z. B. Auszug aus dem Elternhaus, Entwicklung von Partnerschaften, Familiengründung, und die Übernahme einer Rolle als aktive, sozial und politisch engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Der Jugendbericht 2015 analysiert diese unterschiedlichen Übergänge, beschreibt ihre Verläufe und identifiziert Faktoren, die einen positiven bzw. negativen Einfluss auf das Gelingen der Transition haben. Darüber hinaus zeigt der Bericht auf, mit welchen Unterstützungsmaßnahmen der Staat auf bestehende Probleme reagiert, welche Erfahrungen die Teilnehmer mit diesen Maßnahmen gemacht haben und wie sie die Angebote bewerten. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 34 Jahren die Zielgruppe der Untersuchung.

Welchen Ansatz verfolgt der Jugendbericht 2015?

Der Jugendbericht 2015 folgt einem multimethodischen Ansatz:

25 Fachkundigen-Interviews

25 Interviews mit Fachkundigen aus Institutionen und Organisationen in Politik und Praxis stützten sowohl die inhaltliche Konzeption des Berichts als auch die Formulierung relevanter Fragestellungen. Zudem stellten sie eine wichtige Referenz für die Auswahl der Themen und die Identifikation spezifischer Probleme der Jugendlichen dar.

1 Sekundärdaten-Analyse

Anhand nationaler und internationaler Studien wurde eine Sekundärdatenanalyse durchgeführt, um die Transitionsphase von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Luxemburg empirisch zu beschreiben. Dabei wurde sowohl versucht, Veränderungen und Entwicklungen darzustellen, als auch luxemburgspezifische Eigenheiten zu identifizieren und Vergleiche nach bestimmten Merkmalen wie Alter, Geschlecht oder soziale Herkunft zu beschreiben.

77 Interviews mit Jugendlichen

Mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 35 Jahren wurden insgesamt 77 leitfaden-gestützte Interviews geführt. Diese ermöglichte die Analyse subjektiver Sichtweisen, Wahrnehmungen und Deutungen sowie individuelle Formen der Gestaltung und Bewältigung der Übergänge. Anhang dieser Interviews wurden unterschiedliche Transitionsverläufe nachgezeichnet und so Biografien von Jugendlichen dargestellt. Eine zusätzliche qualitative Erhebung von 51 Interviews wurde mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Behinderung durchgeführt, um so deren spezifische Wahrnehmungen, Probleme und Bewältigungsformen zu identifizieren.

1716 Befragte im Survey

Die Erfahrungen und Bewertungen der Jugendlichen mit staatlich geförderten Unterstützungsmaßnahmen waren Gegenstand einer quantitativen Erhebung. Befragt wurden insgesamt 1716 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren, die sich im Jahr 2013 oder 2014 in einer Maßnahme befunden hatten.

9 Fokusgruppen-Diskussionen

Zur Validierung, Überarbeitung und inhaltlichen Ergänzung des Berichts wurden neun Fokusgruppen-diskussionen durchgeführt, an denen insgesamt 47 Fachkundige aus Praxis, Verwaltung, Politik und Wissenschaft teilnahmen.

Wer hat am Jugendbericht 2015 mitgewirkt?

Für den Jugendbericht 2015 entwickelten disziplinär breit gefächerte Teams von Jugendforscherinnen und Jugendforschern mit großer Sorgfalt ein differenziertes Forschungsdesign. Sie sichteten, erhoben, analysierten und interpretierten umfassende Datenbestände, und diskutierten und verschriftlichten Ergebnisse.
Den Jugendbericht 2015 verfassten Dr. Sandra Biewers, Christina Haas, Andreas Heinen, Patrice Joachim, Christiane Meyers, Jan Scharf, Dr. Anette Schumacher, Andreas Vuori, Daniel Weis und Prof. Dr. phil. habil. Helmut Willems. Sie wurden dabei unterstützt von Simone Charles. Kooperationspartner waren die Universität Luxemburg und das Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse in Luxemburg (MENJE).

Wie und warum entsteht ein Jugendbericht?

Die Erstellung des Jugendberichts leitet sich ab aus Artikel 15 (1) des Jugendgesetzes vom 4. Juli 2008: Dort heißt es, dass der entsprechende Minister alle fünf Jahre einen Nationalen Bericht über die Situation der Jugend in Luxemburg an die Abgeordnetenkammer adressiert.
Damit die Jugendberichte auf der Grundlage wissenschaftlicher Befunde entstehen, beauftragt das Ministerium für Kindheit und Jugend (MENJE) Forschende an der Universität Luxemburg mit der Erstellung. Nach mehrjähriger Forschungszeit übergeben die Forschenden den Bericht an das Ministerium. So identifiziert der Jugendbericht Problemstellungen und regt neue Handlungsansätze an. Der Jugendbericht ist damit eine Informations- und Diskussionsgrundlage für Politik, Fachpraxis und Wissenschaft. Er bietet eine systematische Aufbereitung des verfügbaren Wissens über die Lebenssituation von Jugendlichen in Luxemburg.

Ansprechpartner·in

Andreas Heinen

Andreas Heinen

Andreas Heinen ist Diplom-Soziologe und Research (and Development) Specialist im Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung (CCY) der Universität Luxemburg.

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